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Diskektomie

Synonyme: Nukleotomie, Diskotomie

1 Definition

Als Diskektomie bezeichnet man das Entfernen von geschädigtem Bandscheibengewebe. Sie ist ein operatives Verfahren zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls.

2 Hintergrund

Die Begriffe Diskotomie, Diskektomie und Nukleotomie werden im klinischen Sprachgebrauch weitgehend synonym verwendet. Werden nur Teile der Bandscheibe, insbesondere der Nucleus pulposus entfernt, spricht man eher von einer "Nukleotomie" oder "Diskotomie". Wird der gesamte Zwischenwirbelraum ausgeräumt, ist der Begriff "Diskektomie" treffender.

3 Verfahren

3.1 Offene Diskektomie

Die offene oder konventionelle Diskektomie über einen entsprechend großen Hautschnitt wird heute wegen der höheren Komplikationsrate nur noch in besonderen Fällen eingesetzt, etwa bei Fehlbildungen der Wirbelsäule.

3.2 Minimal-invasive Verfahren

3.2.1 Chemonukleolyse

Bei der Chemonukleolyse (CNL) wird das Bandscheibengewebe mit Ozon oder Chymopapain verflüssigt und - soweit möglich - abgesaugt. Chymopapain ist eine Protease, welche die Proteoglykane des Bandscheibenkerns abbaut und damit eine Abnahme des Wasserbindungsvermögens auslöst, die den Druck innerhalb der Bandscheibe vermindert.

3.2.2 Manuelle perkutane Diskektomie

Die manuelle perkutane Diskektomie (MPD) oder perkutane manuelle Diskusdekompression beinhaltet die mechanische Enfernung und Absaugung des Nucleus pulposus durch ein spezielles Instrumentarium über eine kleine Hautinzision.

3.2.3 Automatisierte perkutane lumbale Diskektomie

Die automatisierte perkutane lumbale Diskektomie (APLD) ähnelt der MPD, basiert aber auf einem automatisierten Schneide- und Absaugvorgang des Nucleus pulposus. Damit wird eine Dekompression des Bandscheibenfaches und eine Entlastung des Ligamentum longitudinale posterius, der Cauda equina oder der Wurzeltaschen erreicht.

3.2.4 Perkutane Laser-Diskus-Dekompression

Die perkutane Laser-Diskus-Dekompression (PLDD) oder perkutane Lasernukleotomie bzw. Diskektomie wird mit Hilfe eines YAG-Lasers durchgeführt, der das Bandscheibengewebe vaporisiert. Dadurch wird der intradiskale Druck verringert. Vorteile der PLDD sollen eine schnelle Beschwerdefreiheit und eine geringe Morbidität sein.

3.2.5 Mikrochirurgische offene Diskektomie

Bei der mikrochirurgischen offen Diskektomie (MCD) oder Mikrodiskektomie wird über einen kleineren Hautschnitt ein rohrförmiger Spekulumsperrer eingeführt, über dessen Lumen der Eingriff unter direkter Sicht mit Hilfe eines Operationsmikroskops durchgeführt wird.

3.2.6 Endoskopische Diskektomie

Bei der endoskopischen Diskektomie, auch transforaminale endoskopische Nukleotomie genannt, wird ein spezielles Endoskop in das Operationsgebiet vorgeschoben. Diese Methode zieht von allen Verfahren die geringste Traumatisierung des umgebenden Gewebes nach sich.

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