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Iliosakralsyndrom

Synonyme: ISG-Syndrom, Iliosakralgelenksyndrom

1 Definition

Das Iliosakralsyndrom ist ein schmerzhaftes orthopädisches Krankheitsbild der hinteren Beckenregion, das vom Iliosakralgelenk ausgeht.

2 Hintergrund

Das Iliosakralgelenk ist ein stark in seiner Beweglichkeit eingeschränktes Gelenk zwischen dem Os ilium und dem Os sacrum. Es ist im oberen Anteil vertikal gestellt und biegt dann V-förmig nach dorsokaudal um. Das Gelenk ist über feste Bandverbindungen gesichert.

3 Ätiopathogenese

Schmerzen in den Iliosakralgelenken treten relativ häufig auf. Oft liegt eine Überbelastung bzw. Fehlbelastung vor, z.B. ein Entlastungshinken bei degenerativen Veränderungen oder Traumata der unteren Extremität. Manchmal sind auch Bewegungseinschränkungen im Rahmen einer Coxarthrose auslösend.

Der genaue Mechanismus der Schmerzentstehung ist nicht bekannt. Verantwortlich für die Schmerzentstehung sollen muskuläre Dysbalancen im Gesäß- und Beckenbereich sowie Zug- oder Druckbelastungen auf den Bandapparat des Iliosakralgelenks sein. Man spricht vereinfacht auch von einer "Blockade" in der Annahme, dass die Gelenkflächen sich gegeneinander "verhaken" und eine normale Beweglichkeit nicht mehr zulassen. Reproduzierbare Messverfahren zum Nachweis solcher Blockaden existieren bisher (2021) nicht.

4 Diagnose

Die Patienten berichten über plötzlich oder langsam eintretende, meist einseitige Schmerzen über dem betroffenen Gelenk. In aller Regel treten die Schmerzen bewegungsabhängig auf. Bei der Palpation findet sich ein Druckschmerz über dem betroffenen Gelenk. Außerdem besteht ein Bewegungsschmerz, insbesondere der Drei-Stufen-Test und das Mennell-Zeichen fallen zumeist positiv aus.

Im Rahmen der weiterführenden Diagnostik sind in der Bildgebung (Röntgen) keine Veränderungen sichtbar. Bei der diagnostischen Injektion von Lokalanästhetikum in den Gelenkspalt berichten die Patienten über eine vorübergehende Beschwerdelinderung.

5 Differentialdiagnose

6 Therapie

Bei der manuellen Mobilisation des Iliosakralgelenks ("Deblockierung") wird das Gelenk durch diverse Manöver in den maximalen Bewegungsausschlag gebracht und soll so "deblockiert" werden. Häufig bewirkt dies eine Beschwerdereduktion, allerdings nur für kurze Zeit. Der Therapieansatz wird wegen seiner ungeklärten Rationale kontrovers diskutiert.

Topische Antiphlogistika und physikalische Maßnahmen (Wärmetherapie) bringen eine Zustandserleichterung. Die Gelenkmobilität wird darüber hinaus mit krankengymnastischen Übungsmaßnahmen gefördert.

Diese Seite wurde zuletzt am 22. April 2021 um 16:48 Uhr bearbeitet.

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