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Korsett

von französich: "corset"

1 Definition

Unter einem Korsett im medizinischem Sinn bezeichnet man eine stabile Stützkonstruktion des Rumpfes. Das Korsett gehört zur Obergruppe der Orthesen.

Das Material besteht aus Schienen-Stoff-Schienen-Leder-Konstruktionen oder aus aus reinen starren Kunststoffkonstruktionen.

2 Anwendung

Korsetts werden überwiegend zur Ruhigstellung bei entzündlichen Prozessen an der Wirbelsäule (Spondylitis-Korsett) oder zur Korrektur von Wirbelsäulendeformitäten (Skoliosekorsett z. B. Milwaukee-Korsett, Boston-Korsett) verwendet. Skoliosen werden zwischen ca. 20 und 50 Grad nach Cobb neben weiteren konservativen Verfahren mit einem Korsett behandelt. Die Therapie der Skoliose umfasst das 23stündige Tragen des Korsetts, eine Unterbrechung darf nur während der täglichen Pflege erfolgen. Von Bedeutung ist dies, da die Skoliose eine Wachstumsdeformität darstellt, die ein konsequentes Tragen erfordert. Es wird jedoch lediglich die Progression der Skoliose verzögert oder gar verhindert, eine Veränderung des Ausgangsbefundes wird im Allgemeinen nicht erreicht.

3 Einteilung

Korsette können aus vorgefertigten Segmenten (Modultechnik) oder individuell nach einem Abdruck des Patienten gefertigt werden. Des weiteren wird zwischen aktiven (mittels Makupelotten) und passiven Korsetten unterschieden.

3.1 Aktive Korsetts

Das am weitesten verbreiteste Korsett ist das Milwaukee-Korsett. Der Hauptbestandteil ist ein Beckenkorb, von dem dorsal zwei und ventral ein Metallstab kopfwärts geführt werden, zu einer sogenannten "Mahnpelotte". Diese Pelotte unter dem Kinn des Kindes wird das Kind aktiv korrigiert eine aufrechte Haltung in diesem Korsett einzunehmen.

3.2 Passive Korsetts

Das renommierteste passive Korsett ist das in Modultechnik gefertigte Boston-Korsett. Es fixiert die lumbale Wirbelsäule und das Becken und liegt sehr eng am Patienten an. Pelotten üben direkt Druck in Richtung der zu korrigierenden Achse auf die Wirbelsäule aus. Ein weiteres Korsett, das Anwendung findet, ist das Cheneau-Korsett, welches durch ähnliche Technik und Aufbau wie das Boston-Korsett die Wirbelsäule korrigiert, jedoch den Thorax mit einschließt. Es kommt zur Anwendung bei thorakalen Krümmungen.

3.3 Thermoplastische Korsetts

Thermoplastische Korsetts sind Maßanfertigungen, die speziell die individuelle Konstitution des Patienten berücksichtigen. Sie werden in Zugrichtung der Wirbelsäule mittels eines Gipsabdruckes vorgefertigt und anschließend wird mittels eines Ausgusses ein Modell erzeugt. Darauf folgend werden durch Abtragen und Aufbringen von Material Korrekturen am Modell vorgenommen. Vorteil dieser Technik ist eine weitere Verbesserung der Korrekturfähigkeit durch Traktion und seitlicher Kraftanwendung, sowie die allgemein verbesserte Anpassungsfähigkeit. Diese Technik ist jedoch weit aufwendiger als die Verwendung der Modultechnik.

4 Literatur

  • Niethard, Fritz U. und Pfeil, Joachim (2005): Orthopädische Therapie. In Orthopädie S. 52-53, 5. korrigierte Auflage Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  • Niethard, Fritz U. und Pfeil, Joachim (2005): Wirbelsäule. In Orthopädie S. 349-350, 5. korrigierte Auflage Georg Thieme Verlag, Stuttgart

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