Kinn
Synonym: Mentum
Englisch: chin
Definition
Das Kinn bildet den unteren Abschluss des menschlichen Gesichts.
Anatomie
Anatomisch wird die Kinnregion als Regio mentalis bezeichnet. Die knöcherne Grundlage des Kinns wird durch die Protuberantia mentalis des Unterkiefers (Mandibula) gebildet. Über dem Knochen liegt ein Polster aus subkutanem Fettgewebe und Hautmuskeln (Musculus mentalis). Die sensible Versorgung des Kinns erfolgt über den Nervus mentalis, die arterielle über die Arteria mentalis aus der Arteria alveolaris inferior.
Das Kinn ist in der Kieferorthopädie ein Teil des Untergesichts. Der prominenteste anteriore Punkt der vorderen Kinnfläche wird Pogonion genannt.
Ästhetik
Obwohl das Kinn nicht im Zentrum des Gesichts liegt, trägt es entscheidend zum Gesichtsprofil und zur Gesichtskontur und damit zur Harmonie des Gesichts bei. Ein zurückliegendes Kinn wird von den meisten Menschen als unschön empfunden. Das gleiche gilt jedoch auch für das zu starke Hervorspringen des Kinns.
Die Kinnkorrektur ist deshalb ein relativ häufig ausgeführter Eingriff in der ästhetischen Chirurgie.
Klinik
Ein unterentwickeltes Kinn findet man bei Mikrogenie, Mandibulahypoplasie und mandibulärer Retrognathie. Zur Differenzierung ist eine Analyse des Gesichtsschädels in der Bildgebung notwendig.
Ein hervorspringendes Kinn tritt u.a. bei Makrogenie, Progenie und Akromegalie auf.