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Renin

1 Definition

Renin ist ein in das Plasma sezerniertes hormonähnliches Enzym, dessen Aufgabe im Stoffwechsel die Erzeugung von Angiotensin I aus Angiotensinogen ist.

2 Biochemie

Renin ist eine spezifische Endopeptidase (Aspartylprotease). Das Molekulargewicht des Reninmoleküls beträgt 41.000 Dalton, das pH-Optimum für die Abspaltung von Angiotensin I liegt bei pH-Wert 5,5 - 6.

3 Synthese

Die Synthese des Renins erfolgt in Zellen des juxtaglomerulären Apparates. Renin wird jedoch nicht nur in den Nieren, sondern auch an einigen extrarenalen Lokalisationen synthetisiert. Dazu gehören

Die Vorstufen des Renins werden im endoplasmatischen Retikulum und im Golgi-Apparat der produzierenden Zellen nach Translation modifiziert.

4 Sekretion und Homöostase

Die Sekretion von Renin wird durch eine Reihe von Einflüssen bedarfsgerecht reguliert:

Den Haupteinfluss auf die Reninsekretion üben die erstgenannten Barorezeptoren aus. Schwankungen der Reninsekretion können diagnostisch bei der Bestimmung der Plasma-Renin-Aktivität zur Abklärung einer renalen Hypertonie genutzt werden.

5 Labormedizin

5.1 Material

Für die Untersuchung werden 5 ml Serum benötigt. Dies sollte nach der Abnahme umgehend in das Labor transportiert werden. Bei absehbarer längerer Lagerung sollte man das Material zentrifugieren, abseren und einfrieren.

5.2 Referenzbereiche

Klientel Norm [ng/l]
Erwachsene liegend 6-65
stehend 6-30
Kinder Neugeborene bis 1 Monat 24-850
1 Monat-1 Jahr 5-308
1-5 Jahre 5-112
5-16 Jahre 5-143

5.3 Interpretation

5.3.1 Erhöhte Werte

Wird das Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems übermäßig stimuliert, beispielsweise bei einem manifesten arteriellen Hypertonus oder bei Nierenarterienstenosen, so wird vermehrt Renin und Aldosteron produziert. Man spricht dann von einem sekundären Hyperaldosteronismus.

Auch eine Aldosteronabbaustörung z.B. durch Leberfunktionseinschränkungen kann zu erhöhten Renin-Werten führen. Generell erhöhte Aldosteronwerte können darüber hinaus unter Diuretika-, Glukokortikoid- oder Carbenoxolontherapie sowie bei Lakritzabusus (> 500 g täglich) vorliegen. In der Schwangerschaft ist der Renin-Wert physiologisch erhöht. Im Rahmen eines adrenogenitalen Syndroms kommt es zu erhöhten Renin-Werten bei erniedrigten Aldosteron-Werten.

Auch Renin-sezernierende Tumoren wie ein Nierenzellkarzinom, Bronchialkarzinom oder das Bartter-Syndrom können zu erhöhten Werten führen.

5.3.2 Erniedrigte Werte

Erniedrigte Werte liegen meist bei primärem Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) vor. Dies zeichnet sich durch einen fehlenden Anstieg nach Orthostase aus. Zugrunde liegt in etwa 80% der Fälle ein Nebennierenadenom, in etwa 20% eine Nebennierenhyperplasie und selten ein Malignom. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

6 Quellen

Laborlexikon.de; abgerufen am 18.04.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Juli 2021 um 15:59 Uhr bearbeitet.

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