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MOTT

Synonym: atypische Mykobakterien

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

MOTT ist die Abkürzung für "Mycboacteria other than tubercle bacilli", auch bezeichnet als nicht tuberkulöse oder (veraltet) atypische Mykobakterien. Einfach ausgedrückt ist MOTT eine Zusammenfassung aller Mykobakterien, die weder Tuberkulose noch Lepra auslösen.

2 Vertreter [bearbeiten]

3 Klassifikation und Vorkommen [bearbeiten]

MOTT gehören zu den Mykobakterien. Es handelt sich dabei um leicht gekrümmte, grampositive, obligat aerobe Stäbchenbakterien, die sich aufgrund ihrer lipidreichen Zellwand schlecht anfärben lassen. Merkmal dieser Bakterien ist die sogenannte Säurefestigkeit, die durch die Lipid-Wachsschicht verursacht wird. Sie ist verantwortlich für verschiedene Merkmale der Mykobakterien, z.B. ihre chemische und physikalische Resistenz, lange Generationszeiten, das typische Färbeverhalten und die Adjuvanswirkung (Verstärkung der Wirkung anderer Antigene).

Die Lipid-Wachsschicht ist der wesentliche Virulenzfaktor der Mykobakterien. MOTT kommen überall in der Umwelt (Wasser, Boden) und in der Schleimhautflora von Mensch und Tier vor.

4 Nachweis [bearbeiten]

Die Nachweismethoden sind prinzipiell identisch mit denen zum Nachweis von Tuberkulose.

  • Ziehl-Neelsen-Färbung: Eine Spezialfärbung zum Nachweis von säurefesten Stäbchen. Sie ermöglicht jedoch keine Unterscheidung zwischen Mycobacterium tuberculosis und MOTT.
  • Kinyoun-Färbung
  • Zellkultur: Auf Spezialnährböden oder bestimmten Flüssigmedien. Problematisch für den Nachweis sind die langen Generationszeiten (18-20 Stunden). Die Gruppeneinteilung nach Runyon hilft bei der Differenzierung.
  • Molekularbiologische Nachweismethoden

5 Klinik [bearbeiten]

Die Pathogenität für den Menschen reicht von gering bis nicht vorhanden. Jedoch existieren einige humanpathogene Arten. Die Übertragung erfolgt vor allem über infizierte Tiere oder die Umwelt. MOTT befallen vor allem Lunge, Lymphknoten oder die Haut. In manchen Fällen kommt es zu einer generalisierten Infektion des ganzen Körpers.

  • Lungeninfektionen: Sie sind schwer von einer Tuberkulose zu unterscheiden. In vielen Fällen kommt es zu einem kombinierten Auftreten von aktiver Tuberkulose und MOTT-Infektion
  • Lymphknoteninfektionen: diskutiert wird eine Übertragung durch infizierte Hühner
  • Hautinfektionen
  • Generalisierte Infektionen: Sie treten bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr (Immunsuppression, AIDS) auf und werden vor allem durch Mycobacterium avium, Mycobacterium intracellulare und Mycobacterium kansasii ausgelöst.

6 Therapie [bearbeiten]

MOTT sind oft resistent gegen Isoniazid und oft auch gegen viele andere Antituberkulotika. Daher ist eine individuelle Resistenztestung angezeigt. Oft werden mehrere (3-6) verschiedene Antituberkulotika kombiniert. Therapiert wird vor allem mit neueren Makroliden (Clarithromycin), Chinolonen und Rifabutin.

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Sebastian Merz schreibt seit dem 1.04.2010 im Flexikon, hat bereits 1201 neue Artikel publiziert und 2704 Artikeldetails verbessert.

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