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Larynxkarzinom

(Weitergeleitet von Kehlkopfkarzinom)

Synonyme: Kehlkopfkrebs, Kehlkopfkarzinom

1 Definition

Das Larnyxkarzinom ist ein maligner Tumor des Kehlkopfs (Larynx).

2 Einteilung

Nach der Lokalisation des Tumors unterscheidet man:

Sind alle Etagen des Larynx befallen, spricht man von einem transglottischen Larynxkarzinom.

3 Epidemiologie

Das Larynxkarzinom ist nach dem Mundhöhlenkarzinom und dem Oropharynxkarzinom der dritthäufigste maligne Kopf-Hals-Tumor. Männer sind ca. siebenmal häufiger betroffen als Frauen. Die häufigste Lokalisation ist das Glottiskarzinom, der häufigste histologische Subtyp ist das Plattenepithelkarzinom (> 90 %).

4 Ätiologie

Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines Larynxkarzinom ist das Tabakrauchen. Auch Alkoholkonsum erhöht das Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Als weitere Risikofaktoren gelten Asbest, schwefelhaltige Aerosole und ionisierende Strahlung. Bei beruflich bedingter Exposition einer dieser drei Einflüsse kann ein Larynxkarzinom als Berufskrankheit anerkannt werden.

5 Klinik

Die Symptome eines Larynxkarzinoms hängen maßgeblich von der Lokalisation und der Tumorgröße ab. Möglich sind:

6 Diagnostik

Eine Beschwerdepersistenz von mehr als vier Wochen ist malignomverdächtig und sollte HNO-ärztlich abgeklärt werden.

6.1 Anamnese

Die typischen auslösenden Noxen sollten abgefragt werden.

6.2 Endoskopie

Zur inspektorischen Beurteilung der Kehlkopfschleimhaut und der Stimmlippenbeweglichkeit wird eine Laryngoskopie durchgeführt. Zudem sollten synchrone Zweitkarzinome des Pharynx und des Ösophagus sowie eine pulmonale Metastasierung - wenn möglich per Panendoskopie im gleichen Untersuchungsgang - ausgeschlossen werden.

Im Rahmen der Füherkennung können auch neuere endoskopische Verfahren wie Autofluoreszenz, Chromoendoskopie oder Narrow Band Imaging zur Anwendung kommen.

6.3 Bildgebung

Zur Ausbreitungsdiagnostik, insbesondere von größeren Tumoren, erfolgt eine kontrastmittelgestützte Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT). Besteht bereits eine Infiltration von einzelnen Lymphknoten, empfiehlt sich zudem ein Ganzkörper-FDG-PET-CT, um Fernmetastasen frühzeitig zu erkennen.

6.4 Biopsie

Kleine Läsionen der Kehlkopfschleimhaut sollten bereits bei der Probenentnahme vollständig (R0) exzidiert werden, während bei größeren Tumoren eine Biopsie aus dem Randbereich empfohlen wird.

6.5 Stadien

Basierend auf der klinisch bzw. histopathologisch beurteilten Ausdehnung des Karzinoms wird eine Einteilung anhand der TNM-Klassifikation angegeben und der Tumor so dem entsprechenden Stadium zugeordnet:

Stadium T N M
0 Tis N0 M0
I T1 N0 M0
II T2 N0 M0
III T1, T2 N1 M0
T3 N0, N1 M0
IVA T1, T2, T3 N2 M0
T4a N0, N1, N2 M0
IVB jedes T N3 M0
T4b jedes N M0
IVC jedes T jedes N M1

7 Therapie

Die Therapie der Larynxkarzinome erfolgt in Abhängigkeit von der Lokalisation und vom Stadium mittels Operation, Radiotherapie oder Radiochemotherapie. Grundsätzlich wird in frühen Stadien (I, II) eine transorale laserchirurgischer (Teil-)Resektion oder eine alleinige Radiotherapie bevorzugt, während in fortgeschritteneren Situationen eine Laryngektomie notwendig ist. Insbesondere bei glottischen und subglottischen Karzinomen kann dann auch eine primäre oder adjuvante Radiochemotherapie gute Ergebnisse liefern.

Bei subglottischen sowie bei lokal fortgeschrittenen und nodal metastasierten glottischen und supraglottischen Karzinomen ist eine elektive Neck dissection empfohlen.

8 Rehabilitation

Nach einer Laryngektomie ist eine Stimmrehabilitation notwendig. Dabei kommen unterschiedliche Techniken wie Pseudoflüstern, tracheo-ösophageale Fistel, Neoglottis, Ösophagusersatzstimme oder elektronische Sprechhilfen zum Einsatz.

9 Prognose

Unter den Larynxkarzinomen haben Stimmlippenkarzinome die beste und subglottische Karzinome die schlechteste Prognose. Weitere prognostische Faktoren sind der TNM-Status und die postoperativen Resektionsränder (R-Klassifikation).

10 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 19. August 2021 um 16:16 Uhr bearbeitet.

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