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Gynäkologische Untersuchung

1 Definition

Die gynäkologische Untersuchung ist eine Untersuchung, die sich auf das weibliche Genitale fokussiert. Sie wird in der Regel von einem Frauenarzt bzw. einer Frauenärztin vorgenommen.

2 Anamnese

Vor der eigentlichen Untersuchung erfolgt eine individuelle, zielgerichtete Anamneseerhebung. Sie variiert je nach Symptomatik, Alter und Vorgeschichte der Patientin. Besondere Aspekte der gynäkologischen Anamnese sind:

3 Gynäkologische Routineuntersuchung

Nach der Anamnese beginnt die körperliche Untersuchung. Zuerst wird äußerlich das Abdomen und das äußere Genital auf Veränderungen, Infektionen oder Fehlbildungen inspiziert. Anschließend ermöglicht die Untersuchung mit dem Spekulum die Inspektion der gesamten Vagina bis zum hinteren Scheidengewölbe incl. Portio.

Ein zytologischer Abstrich (PAP-Abstrich) von der Portio und vom Zervixkanal dient der Früherkennung einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie bzw. eines Zervixkarzinoms. Dieses jährliche Screening wird ab dem 20. Lebensjahr empfohlen. Außerdem erfolgt routinemäßig ein Abstrich innerhalb des 1. Trimenons der Schwangerschaft. Zusätzlich kann ein gynäkologisches Chlamydien-Screening (meist per Morgenurin-Diagnostik, auch auch durch Abstrich aus der Zervix möglich) durchgeführt werden.

Erst nach einer Abstrichentnahme schließt sich die gynäkologischen Tastuntersuchung an, die bimanuell durchgeführt wird, d.h. eine Hand untersucht digital-vaginal, während mit der anderen Hand auf gleicher Höhe die Bauchdecke palpiert wird. So können der Uterus und die Adnexe auf Größe und Konsistenz getestet werden. Gleichzeitig achtet man auf evtl. auftretende Schmerzen sowie Hinweisen für Raumforderungen. Auch eine rektale Untersuchung gehört zur Basisuntersuchung.

Ab dem 30. Lebensjahr sollten außerdem beide Mammae incl. der Lymphabflussgebiete untersucht und palpiert werden. Die Beurteilung erfolgt sowohl bei locker herabhängenden, als auch in der Hüfte aufgestützten sowie hinter dem Kopf verschränkten Armen. Ebenfalls bimanuell wird jeder Quadrant abgetastet, anschließend die Areola mammae und Mamille. Wichtige Lymphknotenstationen befinden sich supra- und infraklavikulär sowie axillär. Wichtig ist die Anleitung der Patientin zur Selbstuntersuchung, da die meisten Tumoren dieser Region durch selbstständiges Tasten entdeckt werden.

4 Beschreibung des Normalbefundes

  • Spekulumeinstellung: Unauffälliger Introitus vaginae, Vaginalschleimhaut glatt, Fluor albus, Portio glatt, keine Zysto- oder Rektozele
  • Vaginale Palpation: Scheidenwand glatt, Portio formiert und glatt, kein Portioschiebeschmerz
  • Bimanuelle Austastung: Uterus normal groß, mobil, ante- bzw. retroflektiert, kein Druckschmerz, Adnexregionen palpatorisch frei von Resistenzen und Druckschmerz, Abdomen weich, keine Abwehrspannung, keine Raumforderung tastbar
  • Digital-rektale Untersuchung: Rektumschleimhaut allseits glatt, keine Raumforderung tastbar, kein Blut
  • Inspektion und Palpation der Mammae: Mammae inspektorisch unauffällig und ohne Hautveränderungen, palpatorisch frei von Resistenzen, keine suspekt vergrößerten Lymphknoten

5 Erweiterte gynäkologische Untersuchungen

Neben oben genannten Routineuntersuchungen gibt es in der Gynäkologie viele Methoden, die je nach Symptom bzw. Erkrankung zum Einsatz kommen. Dazu zählen:

6 Literatur

  • Eberle C. et al., Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe, Hrsg. 2., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2015
  • Weyerstahl T., Stauber M., Duale Reihe - Gynäkologie und Geburtshilfe, Hrsg. 4., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2013
  • Baltzer J. et al., Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2006

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Fachgebiete: Gynäkologie

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