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Extrauteringravidität

Synonym: ektope Gravidität
Abkürzung: EUG

1 Definition

Eine Extrauteringravidität liegt bei Einnistung (Nidation) einer befruchteten Eizelle außerhalb des Cavum uteri vor, d.h. die Eizelle nistet sich außerhalb der Gebärmutterhöhle ein.

2 Lokalisation

99% aller Extrauteringraviditäten sind in einem der Eileiter lokalisiert (Eileiterschwangerschaft bzw. Tubargravidität). Hier gibt es drei Lokalisationen:

  1. ampulläre Gravidität: im distalen Bereich der Tuba uterina
  2. isthmische Gravidität: etwas weiter proximal im Tubenisthmus
  3. interstitielle/intramurale Gravidität: am Übergang von Tuba uterina zum Uterus

1% der Extrauteringraviditäten nisten sich im Ovar, im Peritoneum oder in der Cervix uteri ein.

3 Ätiologie und Pathogenese

Wie auch das Endometrium wandelt sich die Tubenschleimhaut dezidual um. Ist also am 5. oder 6. Tag das befruchtete Ei noch nicht ins Cavum uteri gedrungen, findet die Einnistung dort statt, wo sich das Ei gerade befindet. Mögliche Gründe hierfür sind:

4 Symptome

Je nach Lokalisation und Stadium der Einnistung und Zustand der Frucht ist das klinische Bild sehr variabel. Es können folgende Symptome auftreten:

5 Diagnostik

Als erstes erfolgt nach der Anamnese die klinische Untersuchung: druckdolente Resistenz, Portioverschiebeschmerz.

Im Labor ist ß-HCG positiv.

Sonographisch findet sich ein leeres Cavum uteri, evtl. ein Pseudo-Gestationssack. Außerdem sieht man eine Verdickung der Tube und freie Flüssigkeit im Abdomen. Ca. 6 Wochen post menstruationem findet man eine Fruchtblase mit Embryo.

Die Diagnosesicherung erfolgt laparaskopisch durch eine Pelviskopie.

6 Differentialdiagnosen

Differentialdiagnostisch abzugrenzen sind:

7 Therapie

OP-Video: Eileiterschwangerschaft - Ruptur

Meist wird eine diagnostisch-therapeutische Pelviskopie durchgeführt. Vorher muss entschieden werden, ob das Organ erhalten werden kann oder entfernt wird. Bei dieser Entscheidung spielt beispielsweise auch das Alter und die Familienplanung der Patientin eine Rolle. Wird die Tube erhalten, muss mit einer erhöhten Rezidivrate gerechnet werden.

Auch die Lokalisation spielt eine Rolle:

Bei ampullärer Gravidität findet eher ein Tubarabort statt. Die Frucht wird mittels Expression oder Absaugen entfernt.

Bei isthmischer Gravidität besteht die Gefahr der Tubarruptur. Hier muss eine Salpingotomie oder Salpingektomie erfolgen.

Im frühen, asymptomatischen Stadium kann auch eine medikamentöse Therapie mit Prostaglandin PGF2α oder Methotrexat in Erwägung gezogen werden.

Bei allen Therapieverfahren muss der ß-HCG bis zum Abfall unter die Nachweisgrenze kontrolliert werden, um eine Persistenz rechtzeitig zu erkennen.

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