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Flunixin

Synonym: Flunixinum
Englisch: flunixin

1 Definition

Flunixin ist ein in der Veterinärmedizin eingesetztes nicht-steroidales Antiphlogistikum (NSAR) aus der Gruppe der Fenamate.

2 Biochemie

Flunixin hat die Summenformel C14H11F3N2O2 und eine molare Masse von 296,2 g/mol. Es ist ein Derivat der Nikotinsäure und wird in der Veterinärmedizin hauptsächlich in Form eines Salzes in Verbindung mit Meglumin als Flunixin-Meglumin verwendet.

Flunixin-Meglumine ist ein weißes bis cremefarbenes und kristallines Pulver mit einer molaren Masse von 491,5 g/mol. Es ist bei alkalischem pH-Wert in Wasser löslich.

3 Wirkmechanismus

Flunixin wirkt hauptsächlich über eine kompetitive Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase, sodass es zu einer Reduktion der Prostaglandin- und Thromboxansynthese kommt. Durch die zusätzliche Hemmung der Freisetzung von Substanz P kommt es zu einer Unterbrechung der Schmerzkette und somit zum analgetischen Effekt.

Flunixin besitzt zudem noch eine endotoxämische Wirkung, indem es die Ausschüttung von Zytokinen (TNF-α, IL-1β und IL-10) reduziert.[1]

4 Pharmakokinetik

Nach intravenöser Applikation tritt beim Pferd bereits nach 5 bis 15 Minuten die Wirkung ein. Nach oraler Gabe ist nach etwa 30 Minuten die maximale Plasmakonzentration erreicht. Zu einer antiinflammatorischen Wirkung kommt es beim Pferd bereits 2 Stunden nach der Gabe. Die maximale Wirkung setzt nach etwa 12 Stunden ein. Die Wirkungsdauer hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab und beträgt bei Koliken etwa 6 Stunden. Bei muskuloskelettalen Erkrankungen kann der analgetische und antiphlogistische Effekt bis zu 30 Stunden anhalten.

Der Metabolismus erfolgt vorwiegend in der Leber über Glucuronidierung. Bei Hunden und Katzen wird ein enterohepatischer Kreislauf von Flunixin vermutet. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Nieren.

5 Indikationen

Flunixin findet vor allem als potentes Analgetikum und starkes Antiphlogistikum sowie Antipyretikum bei akuten bis chronischen sowie viszeralen Schmerzen Einsatz. Die analgetische Eigenschaft von Flunixin ist dabei jener von Acetylsalicylsäure und Phenylbutazon deutlich überlegen. Bei Ratten, Mäusen und Affen entspricht die analgetische Potenz etwa der des Morphins.

Aufgrund der hohen analgetischen Potenz wird es vorwiegend postoperativ bei Pferden mit Koliken sowie bei Hunden verwendet.

Neben Pferden und Hunden kann Flunixin unter Berücksichtung der gültigen Zulassungen bei Katzen, Rindern, Schafen, Kameliden, Nagetieren und verschiedenen Vögeln sowie Reptilien angewendet werden.

6 Dosierung

Folgende Dosierungsangaben beziehen sich auf Flunixin in Form des Flunixin-Meglumins:

Tierart Applikationsform  Dosierung
Katze intravenös 0,5 bis 1 mg/kgKG 1x initial
Hund intravenös 0,5 bis 1 mg/kgKG SID
intramuskulär 0,5 bis 1 mg/kgKG SID
oral 0,5 bis 1 mg/kgKG SID
subkutan 1 mg/kgKG SID
Pferd intravenös 1,1 mg/kgKG SID
oral 1,1 mg/kgKG SID

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Nebenwirkungen

Da Flunixin eine Hemmung der Cyclooxygenase und damit der Prostaglandinsynthese bewirkt, kommt es zu den üblichen gastrointestinalen Nebenwirkungen von nicht-steroidalen Antiphlogistika (z.B. gastrointestinale Irritationen mit Ulzerationen und Perforationen) sowie zu nephrotoxischen Effekten.

Bei intramuskulären Injektionen kann es an der Injektionsstelle zu lokalen Reaktionen (Schwellung, Induration) kommen. Eine intramuskuläre Applikation ist daher nur in gesonderten Fällen indiziert.

8 Wechselwirkungen

Eine gleichzeitige Gabe von Flunixin und Methoxyfluran (Inhalationsnarkotikum) führt zu einer verstärkten nephrotoxischen Wirkung beider Wirkstoffe. Eine Kombination mit Furosemid vermindert den diuretischen und saluretischen Effekt des Schleifendiuretikums.

9 Kontraindikationen

Dehydrierte Tiere sowie Tiere mit hämatologischen und renalen Störungen sollten nicht mit Flunixin behandelt werden. Eine Anwendung bei trächtigen Tieren ist nur nach besonderer Nutzen-Risiko-Abschätzung durchzuführen.

10 Literatur

11 Quelle

  1. Yazar E et al. Effect of flunixin meglumine on cytokine levels in experimental endotoxemia in mice, J Vet Med A Physiol Pathol Clin Med. 2007 Sep;54(7):352-5., abgerufen am 04.05.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Mai 2020 um 17:57 Uhr bearbeitet.

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