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Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

Kolik (Pferd)

von altgriechisch: kōlikós - den Grimmdarm betreffend
Synonym: Bauchschmerzen

1 Definition

Als Kolik werden sämtliche abdominale Schmerzen beim Pferd bezeichnet.

2 Epidemiologie

Koliken stellen weltweit die häufigsten Todesursachen bei Pferden dar. Folgende Risikofaktoren begünstigen das Auftreten einer Kolik:

  • Alter > 10 Jahre
  • männliche Pferde
  • vorausgegangene Kolik
  • Laparotomie
  • Änderung des Fütterungsverhaltens
  • vermehrte Haltung in Boxen
  • verminderte Aktivität
  • Anthelmintika
  • rasche Wetteränderungen

3 Ätiologie

Bei Abdominalschmerzen muss grundsätzlich zwischen einer Kolik im engeren Sinne und einer "Colica falsa" - verursacht durch Erkrankungen

Die häufigsten Ursachen einer Kolik sind:

Ursache Besonderheiten
 Anatomische Prädisposition
Diätetische Fehler oder Zahnerkrankungen
  • plötzlicher Futterwechsel
  • zu viel junges Gras
  • zu geringer Rohfaseranteil
  • verkleisterndes, gefrorenes, verkeimtes Futter
  • zu viel oder zu stark quellendes Futter
  • Sandaufnahme
  • Zahnprobleme
Abnormale Motilität
Magenkolik
  • Magenüberladung (primär/sekundär)
  • Gastritis
Endoparasiten
Infektionen
Trauma

4 Formen

Je nach Ätiologie und Lokalisation der Kolik unterscheidet man zwischen folgenden Kolikformen:

Ein katarrhalischer Darmkrampf stellt die häufigste Form einer Kolik beim Pferd dar (50 %) und löst sich in der Regel wieder. Meist handelt es sich hierbei um einfache Obstruktionen (25 %), eine Tympanie oder einer strangulierende Obstruktion.

5 Klinik

Koliken können je nach Pferd in unterschiedlicher Intensität und in variierendem klinischen Bild in Erscheinung treten. Zu den häufigsten Symptomen gehören (in absteigender Folge):

  • Wälzen
  • Scharren
  • vermehrtes Liegen
  • Kopfschlag zum Bauch
  • Flehmen
  • in die Ecke drängen
  • Treten gegen den Bauch
  • Streckstellung
  • fehlender Kotabsatz

Betroffene Pferde zeigen zudem oftmals vermehrtes Schwitzen, Muskelzittern, aufgekrümmte Rückenhaltung, Futterverweigerung, Apathie und Depression. Zusätzlich können Schocksymptome (gerötete Schleimhäute, Tachykardie, Tachypnoe) beobachtet werden.

6 Diagnose

Die Diagnose erfolgt anhand der Anamnese, des typischen klinischen Bildes und der Vitalparameter und muss durch weiterführende Diagnostikverfahren unterstützt werden:

7 Therapie

Pferde, die an einer Kolik leiden, stellen immer einen Notfall dar und müssen umgehend behandelt werden.

Im Vordergrund steht initial eine Schockbekämpfung und Behandlung der Endotoxämie (meist hypovolämisch-endotoxischer Schock) mit einer ausreichenden Flüssigkeitssubstitution (10 ml/kgKG), einer adäquaten Schmerztherapie (z.B. Metamizol, Flunixin, Xylazin oder Butorphanol), einer spasmolytischen Therapie (z.B. Butylscopolamin) und einer endotoxämischen Therapie (z.B. Polymyxin B, DMSO u.ä.). Der weitere Therapieverlauf hängt von der Kolikursache ab (z.B. Magenspülung bei Obstipation, Laxantien bei Sandkoliken) und wird bei Besserung so lange fortgeführt, bis das Pferd symptomfrei ist.

Der Großteil der Kolikpferde (80 bis 97 %) spricht auf eine konservative Therapie an und muss nicht chirurgisch behandelt werden (Kolik-Operation).

8 Prophylaxe

  • regelmäßige Bewegung
  • Fütterung anpassen (langsames Fressen, mehrmals täglich füttern, erhöhter Raufutteranteil)
  • Stressreduktion
  • Beschäftigung
  • sozialen Kontakt ermöglichen
  • Hygiene
  • regelmäßig Entwurmen
  • Haltung optimieren

9 Literatur

  • VO-Unterlagen. Klinik für Pferde, VetMedUni Vienna. Die Kolik des Pferdes. 5. Semester, WS 2017/2018.

10 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 22. November 2020 um 11:32 Uhr bearbeitet.

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