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Butylscopolamin

Synonym: Butylscopolaminbromid
Handelsnamen: Buscopan®, Spasman®
Englisch: butylscopolamine, scopolamine butylbromide, butylhyoscine, hyoscine butylbromide

1 Definition

Butylscopolamin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Parasympatholytika. Es ist ein synthetisches Derivat des Anticholinergikums Scopolamin und hat im Gegensatz zu seiner Muttersubstanz keine zentralnervösen Wirkungen.

2 Chemie

Butylscopolamin hat die Summenformel C21H30NO4 und eine molare Masse von 440,37 g/mol.

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3 Wirkungsmechanismus

Butylscopolamin ist ein Muscarinrezeptorantagonist, d.h. die Substanz blockiert den muskarinischen Acetylcholinrezeptor. Dadurch wirkt sie krampflösend auf die glatte Muskulatur. Sie wird in der Pharmakotherapie in der Form ihres Bromidsalzes N-Butylscopolaminiumbromid als Spasmolytikum verwendet. Außerdem wirkt Butylscopolamin motilitätshemmend auf die übererregte Magen- und Darmperistaltik. Butylscopolamin ist polarer als Scopolamin und daher nicht ZNS-gängig.

4 Anwendung

Butylscopolamin wird bei leichten Krämpfen trotz geringer Resorption (1 bis 6 %) oral oder rektal gegeben. Bei schweren Krämpfen und dadurch bedingten Schmerzen kann das Medikament intramuskulär, subkutan oder intravenös appliziert werden.

Beliebt ist die Kombination von Butylscopolamin mit Metamizol bei schweren Gallen- oder Harnleiterkoliken. Eine Relaxierung des Harnleiters tritt jedoch erst in hoher Dosierung auf. Dementsprechend wird die Gabe von Butylscopalamin in der aktuellen Leitlinie nicht zur Therapie der akuten Harnleiterkolik empfohlen.[1]

5 Nebenwirkungen

Durch die antagonistische Wirkung des Butylscopolamins auf Muscarinrezeptoren und dadurch entstandenen parasympathikolytischen Effekt kommen folgende Nebenwirkungen zum Vorschein:

Im Regelfall sind diese Nebenwirkungen gering ausgeprägt, dosisabhängig und reversibel.

6 Kontraindikation

7 Überdosierung

Überdosierungserscheinungen sind selten und werden mit dem Cholinesteraseinhibitor Physostigmin behandelt.

8 Rechtliches

Butylscopolamin ist in Deutschland apotheken- und rezeptpflichtig. Orale und rektale Darreichungsformen sind aber von der Verschreibungspflicht ausgenommen und können ohne Rezept erworben werden.

9 Quellen

  1. DGU: S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis (AWMF Registernummer 043 - 025), Aktualisierung 2018

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Januar 2022 um 10:17 Uhr bearbeitet.

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