Vom 12. bis 28. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Zur Zeit steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

Harnleiterkolik

Synonym: Nierenkolik, Ureterkolik, Colica ureteralis
Englisch: renal colic

1 Definition

Als Harnleiterkolik bezeichnet man akut einsetzende, wehen- bzw. wellenartig zu- und abnehmende starke Schmerzen in Projektion auf die linke oder rechte Flankenregion - oft mit Ausstrahlung in den Unterbauch oder die Regio inguinalis - die durch Fremdkörper in einer der beiden Harnleiter (Ureteren) ausgelöst werden.

2 Ursachen

Harnleiterkoliken werden in der Mehrzahl der Fälle durch abgehende Nierensteine verursacht. Sie können Erstereignisse sein und singulär auftreten. Bei chronischen Steinbildnern treten sie jedoch oft mehrfach im Laufe des Lebens auf.

Neben der steinbedingten Harnleiterkolik kommen auch Koliken durch transureterale Passage von Papillenspitzen bzw. Papillenspitzennekrosen, Blutkoageln oder Tumorzellmassen vor.

3 Begleitsymptome

Häufig geht die Harnleiterkolik mit Übelkeit und Erbrechen einher, eine starke Unruhe und Rastlosigkeit des Patienten sind charakteristisch. Wann immer möglich, wird eine Schonhaltung eingenommen.

4 Therapie

Die Akuttherapie erfolgt mit Analgetika. Mittel der ersten Wahl bei starken Schmerzen ist Metamizol. Die Anwendung erfolgt intravenös. Metamizol wirkt zusätzlich spasmolytisch und antinozizeptiv auf den Harnleiter. Ersatzweise können Diclofenac, Indometacin oder Paracetamol verwendet werden.

Da Butylscopolamin erst in hoher Dosierung harnleiterrelaxierend wirkt, wird es in der aktuellen Leitlinie nicht mehr empfohlen.[1] Sollte keine suffiziente Linderung eintreten, kann man auf stärkere Schmerzmittel wie Pethidin oder Buprenorphin zurückgreifen. Gegen Übelkeit und Erbrechen kann MCP gegeben werden. Eine weitere Therapieoption stellt Tamsulosin dar.

Im schmerzfreien Intervall sollte der Patient ausreichend trinken und sich bewegen. Auch eine lokale Wärmetherapie kann durch ihre entspannende und dilatative Wirkung die Symptomatik verbessern.

Die kausale Therapie ist vielschichtig und reicht von konservativer Metaphylaxe über endourologische Maßnahmen bis hin zur offen operativen Sanierung.

5 Quellen

  1. DGU: S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis (AWMF Registernummer 043 - 025), Aktualisierung 2018

Diese Seite wurde zuletzt am 10. August 2019 um 13:52 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

15 Wertungen (3.33 ø)

54.355 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: