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Harnleiterkolik

Synonym: Nierenkolik, Ureterkolik, Colica ureteralis
Englisch: renal colic

1 Definition

Als Harnleiterkolik bezeichnet man akut einsetzende, wehen- bzw. wellenartig zu- und abnehmende starke Schmerzen in Projektion auf die linke oder rechte Flankenregion - oft mit Ausstrahlung in den Unterbauch oder die Regio inguinalis - die durch Fremdkörper in einer der beiden Harnleiter (Ureteren) ausgelöst werden.

2 Ursachen

Harnleiterkoliken werden in der Mehrzahl der Fälle durch abgehende Nierensteine verursacht. Sie können Erstereignisse sein und singulär auftreten. Bei chronischen Steinbildnern treten sie jedoch oft mehrfach im Laufe des Lebens auf.

Neben der steinbedingten Harnleiterkolik kommen auch Koliken durch transureterale Passage von Papillenspitzen bzw. Papillenspitzennekrosen, Blutkoageln oder Tumorzellmassen vor.

3 Begleitsymptome

Häufig geht die Harnleiterkolik mit Übelkeit und Erbrechen einher, eine starke Unruhe und Rastlosigkeit des Patienten sind charakteristisch. Wann immer möglich, wird eine Schonhaltung eingenommen.

4 Therapie

Die Akuttherapie erfolgt mit Analgetika. Mittel der ersten Wahl bei starken Schmerzen ist Metamizol. Die Anwendung erfolgt intravenös. Metamizol wirkt zusätzlich spasmolytisch und antinozizeptiv auf den Harnleiter. Ersatzweise können Diclofenac, Indometacin oder Paracetamol verwendet werden.

Da Butylscopolamin erst in hoher Dosierung harnleiterrelaxierend wirkt, wird es in der aktuellen Leitlinie nicht mehr empfohlen.[1] Sollte keine suffiziente Linderung eintreten, kann man auf stärkere Schmerzmittel wie Pethidin oder Buprenorphin zurückgreifen. Gegen Übelkeit und Erbrechen kann MCP gegeben werden. Eine weitere Therapieoption stellt Tamsulosin dar.

Im schmerzfreien Intervall sollte der Patient ausreichend trinken und sich bewegen. Auch eine lokale Wärmetherapie kann durch ihre entspannende und dilatative Wirkung die Symptomatik verbessern.

Die kausale Therapie ist vielschichtig und reicht von konservativer Metaphylaxe über endourologische Maßnahmen bis hin zur offen operativen Sanierung.

5 Quellen

  1. DGU: S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis (AWMF Registernummer 043 - 025), Aktualisierung 2018

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