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Zahn (Veterinärmedizin)

Synonyme: Dens, Dentes (plur.)
Englisch: tooth

1 Definition

Die Zähne sind ein Teil des Kauapparates, die in ihrer Gesamtheit das tierartlich unterschiedliche Gebiss formen.

2 Funktion

Die Zähne dienen hauptsächlich der mechanischen Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung. Aufgrund der unterschiedlichen Ernährungsformen der einzelnen Tierarten (carnivor, herbivor und omnivor) unterscheidet sich die Ausprägung und Anzahl der Zähne stark.

3 Anatomie

Die Zähne gehören neben dem Zahnfleisch (Gingiva), den Oberkiefer- und Unterkieferknochen, dem Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) und den Kaumuskeln zum Kauapparat der Haussäugetiere.

3.1 Aufbau

Die Zähne sind aus vier Grundsubstanzen aufgebaut, dem

3.2 Flächen

Am Zahn können verschiedene Flächen beschrieben werden:

3.3 Verankerung

Die Zähne sind an ihrem Halsteil von Zahnfleisch umgeben und sitzen mit ihren Wurzeln in den knöchernen Zahnfächern (Alveolen) des Processus alveolaris der Maxilla (Oberkiefer), des Os incisivium (Zwischenkieferbein) sowie der Pars incisiva und Pars molaris der Mandibula (Unterkiefer).

Für die feste Verankerung der Zähne in der Alveole sorgen einerseits das Zusammenwirken von Wurzelzement und Alveolarwand, andererseits die zwischen ihnen ausgebildeten Fasern der Wurzelhaut (Periodontium).

3.4 Zahnarten

Die unterschiedliche Position der Zähne im Gebiss bedingt auch deren unterschiedliche Funktion sowie die sich daraus ergebenden verschiedenen Zahnarten bzw. Zahnformen. Das Gebiss der Säugetiere enthält verschiedene Gruppen ungleich gebauter Zähne, weshalb es als heterodont (ungleich bezahnt) bezeichnet wird. So können im Gebiss von vorne nach hinten folgende Zähne unterschieden werden:

4 Zahnformel

Damit die Gebisse verschiedener Tiere leichter miteinander verglichen werden können, verwendet man Zahnformeln. In diesen Schemata werden die Zähne des bleibenden Gebisses mesial beginnend nacheinander mit Abkürzungen angegeben:

Zahnformel
Schneidezähne (Incisivi) I1, I2, I3
Hakenzähne (Canini) C
vordere Backenzähne (Prämolaren) P1, P2, P3, P4
hintere Backenzähne (Molaren) M1, M2, M3
Dentes decidui
I C P
Fleischfresser OK 3 1 3
UK 3 1 3 (Ktz. 2)
Pferd OK 3 1 3
UK 3 1 3
Schwein OK 3 1 3
UK 3 1 3
Wiederkäuer OK 0 0 3
UK 4 0 3
Dentes permanentes
I C P M
Hund OK 3 1 4 2
UK 3 1 4 3
Katze OK 3 1 3 1
UK 3 1 2 1
Pferd OK 3 1 3(4) 3
UK 3 1 3 3
Wiederkäuer OK 0 0 3 3
UK 4 0 3 3
Schwein OK 3 1 4 3
UK 3 1 4 3

5 Zahnwechsel

Beim größten Teil der Säugetiere treten zwei Zahngenerationen (Dentitionen) auf, sodass das Gebiss einem Zahnwechsel unterliegt und als diphyodont bezeichnet wird.

  • Das erste Gebiss ist zahnarm, besteht aus Milchzähnen (Dentes decidui) und wird als Milchgebiss (lakteale Dentition) bezeichnet.
  • Das zweite Gebiss ist zahnreich, besteht aus Dauerzähnen (Dentes permanentes) und wird auch permanentes Gebiss genannt.

Vom Zahnwechsel sind die Schneide, Eck-, und Fangzähne sowie die vorderen Backenzähne betroffen (mit Ausnahme des P1). Die im permanenten Gebiss ausgebildeten hinteren Backenzähne haben im Milchgebiss keine Vorläufer, weshalb diese auch nicht gewechselt werden. Der Zahnwechsel erfolgt schrittweise, meist in bestimmter Reihenfolge und in einer für die einzelnen Tierarten relativ eng begrenzten Altersspanne. Aus diesem Grund kann der Zahnwechsel als recht sichere Altersbeurteilung herangezogen werden.

6 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band II: Organsysteme. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Gille, Uwe. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Enke Verlag, 2005.
  • Nomina Anatomica Veterinaria

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