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Milchgebiss (Veterinärmedizin)

(Weitergeleitet von Milchzahn (Veterinärmedizin))

Synonyme: Lakteale Dentition, Dentes lactales, Dentes decidui
Englisch: milk teeth

1 Definition

Als Milchgebiss bezeichnet man in der Veterinärmedizin die Summe aller Milchzähne beim Tier. Es stellt die Vorstufe des permanenten Gebisses dar.

2 Hintergrund

Die Anzahl der Zähne im Milchgebiss ist geringer als im permanenten Gebiss. Zahndurchbruch und Zahnwechsel erfolgen für jede Tierart in einem speziellen zeitlichen Muster. Das jeweilige Muster kann zur Altersbestimmung der einzelnen Tiere verwendet werden.

Einem Zahnwechsel unterliegen grundsätzlich die Schneidezähne (Inzisivi), die Eckzähne (Canini) und die vorderen Backenzähne (Prämolaren). Eine Ausnahme stellt der erste Prämolar (P1) dar, da dieser Zahn nicht im Milchgebiss auftritt.

Die Milchzähne fungieren als Platzhalter für die späteren bleibenden Zähne. Eine lange Erhaltung ist daher für die richtige Stellung der bleibenden Zähne essentiell.

3 Tierartspezifische Besonderheiten

Jede Tierart besitzt eine unterschiedliche Anzahl an Milchzähnen. Mithilfe von Zahnformeln kann ein schneller vergleichender Überblick im Ober- bzw. Unterkiefer für jede Tierart dargestellt werden.

Im klinischen Alltag hat es sich bewährt, dass die Buchstaben für die Bezeichnung der Milchzähne in Kleinbuchstaben angegeben werden (i = Inzisivus, c = Caninus, p = Prämolar). Die Betitelung der einzelnen Zähne wird stets von der Mitte des Zahnbogens aus begonnen. Damit die bleibenden Zähne bei der Dokumentation klar von den Milchzähnen unterschieden werden können, werden diese mit Großbuchstaben bezeichnet.

3.1 Schwein

Schwein
rechter OK linker OK
3p 1c 3i 3i 1c 3p
rechter UK linker UK
3p 1c 3i 3i 1c 3p

3.2 Hund

Hund
rechter OK linker OK
3p 1c 3i 3i 1c 3p
rechter UK linker UK
3p 1c 3i 3i 1c 3p

3.3 Katze

Katze
rechter OK linker OK
3p 1c 3i 3i 1c 3p
rechter UK linker UK
2p 1c 3i 3i 1c 2p

3.4 Pferd

Die Canini brechen im Milchgebiss des Pferdes selten durch.

Pferd
rechter OK linker OK
3p 0(1)c 3i 3i (0)1c 3p
rechter UK linker UK
3p (0)1c 3i 3i (0)1c 3p

3.5 Wiederkäuer

Wiederkäuer
rechter OK linker OK
3p 0c 0i 0i 0c 3p
rechter UK linker UK
3p 1c 3i 3i 1c 3p

4 Quellen

  • Salomon FV, Geyer H, Uwe G. 2008. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1075-1

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Diese Seite wurde zuletzt am 29. Juli 2021 um 10:35 Uhr bearbeitet.

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