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Schneidezahn (Veterinärmedizin)

Synonyme: Dens incisivus, Incisivus
Abkürzung: Ix
Englisch: incisor

1 Definition

Als Schneidezähne oder Dentes incisivi bezeichnet man einwurzelige Zähne beim Haussäugetier. Sie entsprechen den Schneidezähnen des Menschen.

2 Anatomie

Die Schneidezähne sitzen in den Alveolen des Zwischenkiefers (Os incisivum) bzw. der Pars incisiva des Corpus mandibulae (Unterkieferkörper). Sie stellen einfach gebaute (haplodonte) Zähne dar, die in

  • eine deutlich abgegrenzte Zahnkrone,
  • einen Zahnhals und in
  • eine starke und lange Zahnwurzel gegliedert werden können.

Die Schneidezähne des Zwischenkiefers sind kräftiger als die des Unterkiefers. Die starken und am Querschnitt längsovalen Wurzeln stecken median konvergierend in getrennten Zahnfächern (Alveolen) des Os incisivum. Im Gegensatz dazu sitzen die kleineren Schneidezähne des Unterkiefers mit deutlich schwächeren Wurzeln in Alveolen, deren Trennwände auch fehlen können. Die Labialfläche der Schneidezähne ist konvex geformt, die Lingualfläche hingegen konkav und mit einer muldenförmigen Vertiefung ausgestattet.

3 Tierartliche Unterschiede

Bei allen Haussäugetieren gibt es beiderseits der Medianebene drei obere und drei untere Schneidezähne. Einzige Ausnahme bilden die Hauswiederkäuer. Bei ihnen sind im Oberkiefer keine Schneide- und Eckzähne ausgebildet. An ihrer Stelle findet sich eine Dentalplatte, die als Gegenlager für die Unterkieferschneidezähne arbeitet.

Von I1 über I2 zu I3 (mesial nach distal) nehmen die Schneidezähne in beiden Kiefern (Ober- und Unterkiefer) an Stärke zu. Die Schneidezähne des Pferdes und des Schweins weisen an ihren Kauflächen sogenannte Schmelzeinstülpungen (Infundibula) auf. Beim Wiederkäuer ist die Schneidezahnkrone schaufelförmig gestaltet und beim Fleischfresser gelappt: I1 und I2 des Oberkiefers sind beim Fleischfresser deutlich dreilappig, I3 des Oberkiefers spitz-kegelförmig, I1, I2 und I3 des Unterkiefers dagegen zweilappig (wobei der mesiale Lappen fehlt).

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band II: Organsysteme. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Gille, Uwe. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Enke Verlag, 2005.
  • Breit, S., Künzel, W. Bau und Funktion der Harn- und Verdauungsorgane I (Verdauungsorgane). SS 2015.

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