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Peritonitis (Pferd)

Synonym: Bauchfellentzündung
Englisch: peritonitis

1 Definition

Als Peritonitis bezeichnet man eine Entzündung des Peritoneums, der mesothelialen Auskleidung der Bauchhöhle.

2 Einteilung

Peritonitiden werden anhand ihrer Ätiopathogenese und ihres Verlaufes in drei verschiedene Kategorien unterteilt:

3 Ursache

Auslöser einer Peritonitis beim Pferd sind z.B.:

Bei Fohlen können auch eine Blasenruptur oder eine Urachusfistel zu einer Peritonitis führen.

3.1 Erreger

Bei septischen Peritonitiden sind häufig folgende Erreger nachweisbar:

Actinobacillus equuli verursacht eine Sonderform der Peritonitis, die als Actinobacillus equuli-Peritonitis bezeichnet wird.

4 Symptome

Die Symptome einer akuten Peritonitis unterscheiden sich von denen bei chronischen Verlaufsformen:

4.1 Akut

4.2 Chronisch

5 Diagnostik

Die Diagnose erfolgt mittels Abdominozentese (Bauchpunktion). Diese wird etwa eine Handbreit hinter dem Processus xiphoideus durchgeführt. Dazu wird eine etwa 10 mal 10 cm große Stelle geschoren, gereinigt und desinfiziert. Die Punktion erfolgt dann unter ultrasonographischer Kontrolle und unter möglichst sterilen Kautelen.

Das gewonnen Bauchpunktat wird dann anhand folgender Punkte beurteilt:

Bei einer Peritonitis erscheint das Bauchpunktat makroskopisch trüb, hämorrhagisch oder dunkelgrün-stinkend (bei Darmruptur). Das spezifische Gewicht liegt bei über 1.020 bei einem erhöhten Totalproteingehalt (> 2,5 g/dl). Die Leukozyten sind drastisch erhöht (> 100.000/µl bei einer akuten Peritonitis, zwischen 20.000 und 60.000/µl bei einer chronischen Peritonitis). Zusätzlich kann ein Ausstrich des Punktats angefertigt werden, wobei sich oftmals Bakterien darstellen lassen. Eine bakteriologische Untersuchung mit anschließendem Antibiogramm sollte immer eingeleitet werden.

Bei septischen Peritonitiden sind der pH-Wert und die Glukosekonzentration im Punktat erniedrigt sowie die Fibrinogenkonzentration erhöht (pH < 7,3 bzw. Glukose < 30 mg/dl bzw. Fibrinogenkonzentration > 200 mg/dl). Parallel muss immer ein Differenzialblutbild angefertigt werden, um eine systemische Erkrankung einschätzen zu können (Leukopenie oder Leukozytose, erhöhtes Fibrinogen und SAA).

6 Therapie

Die Therapie muss möglichst früh und aggressiv durchgeführt werden. Ziel der Behandlung ist, das Primärleiden zu beseitigen, um den Entzündungsprozess zu minimieren und Sekundärkomplikationen vorzubeugen. Die Therapie beinhaltet die Gabe von Breitspektrumantibiotika (laut Antibiogramm) sowie nichtsteroidalen Antiphlogistika (z.B. Flunixin-Meglumine).

Zusätzlich ist eine Hufreheprophylaxe mit Heparin und lokalen Kühlungen notwendig. Um das Allgemeinbefinden sowie den Kreislauf zu stabilisieren, ist eine Dauertropfinfusion indiziert. Durch die regelmäßige Durchführung einer Bauchlavage werden überschüssige Flüssigkeit, Fibrin sowie Keime verdünnt und ausgespült. Die Lavage wird in der Regel mit 10 bis 20 Litern isotoner Elektrolytlösung zweimal täglich für drei bis fünf Tage durchgeführt - bis die ablaufende Flüssigkeit makroskopisch klar erscheint.

7 Prognose

Die Prognose bei einer Peritonitis ist fraglich bis schlecht, da es häufig zum Tod durch Sekundärkomplikationen (Hufrehe, paralytischer Ileus, Thrombophlebitis) kommt.

8 Literatur

  • Stephen M. Reed, Warwick M. Bayly, Debra C. Sellon. Equine internal medicine. 4th edition. Elsevier, 2018.
  • Debra C. Sellon, Maureen Long. Equine Infectious diseases. Saunders Elsevier, 2007.
  • VO-Unterlagen, Sonja Berger. EWG 11, 5. Semester Konvers. Peritonitis beim Pferd. WS 2017/18.

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Fachgebiete: Veterinärmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 30. April 2020 um 19:56 Uhr bearbeitet.

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