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Hufrehe (Pferd)

Synonyme: Laminitis, Pododermatitis diffusa aseptica
Englisch: laminitis

1 Definition

Die Hufrehe ist eine aseptische Entzündung der Huflederhaut, bei der sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst.

2 Anatomie

Der Huf ist ein komplex aufgebautes Hautanhangsorgan des Pferds. Bei enggefasster Definition versteht man unter einem Huf den elastisch verformbaren Hornschuh. Im klinischen Sprachgebrauch gehören zum Huf auch die vom Hornschuh eingeschlossenen zentralen Stützteile:

3 Histologie

Das Zehenendorgan, insbesondere der Huf, weist einen vielschichtigen histologischen Aufbau auf. Folgende Anteile sind wesentlich für das Verständnis einer Hufrehe:

4 Ursachen

Eine Hufrehe kann aufgrund unterschiedlicher Auslöser eintreten.

  • Belastungsrehe: Überbelastung eines Hufes durch zu langes Stehen im Stall, durch Bewegen auf hartem Boden über längere Zeit oder durch Schonhaltung des gegenüberliegenden Beines.
  • Futterrehe: Bei kohlenhydratreichem und strukturarmem Futter (Getreide) gelangt der Nahrungsbrei zu schnell und somit unverdaut in den Dickdarm. Dort kommt es zu einer starken Vermehrung der kohlenhydratabbauenden Bakterien, sodass als Nebenprodukt massiv Milchsäure anfällt. Das saure Milieu führt wiederum zum Absterben von rohfaserverdauenden Bakterien und zur gleichzeitigen Schädigung der Darmwand. Aus den zerstörten Zellwänden der Bakterien werden Endotoxine frei, welche die zuvor geschädigte Darmwand durchdringen (aufgrund gesteigerter Permeabilität) und so in den Blutstrom gelangen können.
  • Geburtsrehe: Teile der Nachgeburt verbleiben in der Gebärmutter und werden bakteriell zersetzt. Die Zerfallsprodukte (Endotoxine) gelangen in den Blutkreislauf.
  • Vergiftungsrehe: Aufnahme von Giftpflanzen, welche ihre Giftstoffe ins Blut freisetzen.
  • Medikamentenrehe: Medikamente, v.a. Kortikosteroide (Cortison), verstärken die Vasokonstriktion und vermindern somit die Durchblutung der Hufkapillaren.

In jedem Fall liegt eine Störung der Mikrozirkulation des Blutes im Bereich der Huflederhaut vor.

5 Pathogenese

Eine Hufrehe durchläuft in der Regel folgende Stadien:

  1. Entzündung, z.B. ausgelöst durch Endotoxine
  2. lokale Durchblutungsstörung: primäre Minderdurchblutung durch Verengung der Arteriolen, (aufgrund einer Adrenalinausschüttung); sekundär entsteht durch eine Gegenregulation des vegetativen Nervensystems eine lokale Hyperämie, welche wiederum zu einer Verengung der Venolen und im weiteren Verlauf zu Stase, Thromben und Exsudation führt
  3. Austritt von Gewebsflüssigkeit und Erythrozyten aus den Blutgefäßen der Lederhaut (Ödembildung) und damit einhergehende Schwellung
  4. Förderung der Ablösungsprozesse in der Lederhaut und Epidermis durch Druckanstieg (Ödem); Ablösung entweder zwischen zwischen Lederhaut und Epidermis oder zwischen Stratum germinativum (weicher Epidermis) und Hornzellen
  5. Folgen: Hufbeinspitze drückt auf die Sohle, wodurch ein Abbau der Knochensubstanz erfolgt (um dem Druck auszuweichen) oder es erfolgt der Durchbruch des Hufbeins durch die Sohle
  6. Endstadium: Ausschuhen und somit Ablösen der Hufkapsel, welche aus Hufwand (seitlich am Huf), Hufsohle (harter Teil der Sohle) und Hufstrahl (weicher Teil der Sohle) besteht

Bei chronischem Verlauf (chronische Hufrehe) kann das Hufbein in die Hufkapsel absinken oder der Huf um das Hufgelenk rotieren.

6 Symptome

Symptome einer Hufrehe sind:

  • veränderte Temperatur des Hufes: vermindert durch Minderperfusion, erhöht durch Entzündung
  • geschwollener Kronrand
  • steife Bewegungsmuster
  • erhöhte Schmerzhaftigkeit der Sohle
  • typische Schonhaltungen (Vordergliedmaße abgespreizt)
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Tachykardie

7 Therapie

7.1 Medizinische Maßnahmen

7.2 Management

  • Boxenruhe
  • Fütterung anpassen

7.3 Hufunterstützende Therapie

  • Hufbearbeitung
  • Rehebeschlag
  • Huforthopädie

8 Literatur

  • Geyer, Hans, Uwe Gille. Salomon, Franz-Viktor. Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag, 2005.
  • Hufrehenbehandlung.de

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Oktober 2020 um 14:31 Uhr bearbeitet.

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