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Tiefe Beugesehne (Veterinärmedizin)

Synonym: TBS
Englisch: deep digital flexor tendon

1 Definition

Als tiefe Beugesehne, kurz TBS, bezeichnet man die Endsehne des Musculus flexor digitalis profundus beim Haussäugetier.

2 Anatomie

Der dreiköpfige Musculus flexor digitalis pronfudus entspringt sowohl am Humerus als auch am Radius und an der Ulna, um über eine gemeinsame Endsehne an der Phalanx distalis der entsprechenden Zehe anzusetzen. An der Hintergliedmaße besteht der Ursprung des Musculus flexor digitalis profundus aus drei eigenständigen Muskelbäuchen, die als Musculus flexor digitalis lateralis, Musculus tibialis caudalis und Musculus flexor digitalis medialis an der Tibia und Fibula entspringen. Der Ansatz gleicht dem Musculus flexor digitalis profundus der Vordergliedmaße.

3 Klinik

Sämtliche Verletzungen der tiefen Beugesehne beim Pferd werden als Tendinitis der tiefen Beugesehne (TBS-Tendinitis) zusammengefasst. Zusätzlich treten noch kongenitale Erkrankungen, wie z.B. die Beugesehnenlaxizität oder -kontraktur beim Fohlen, auf.

3.1 Pathophysiologie

Aufgrund des großen Gewichtes und der damit einhergehenden hohen Belastung treten Verletzungen der tiefen Beugesehnen gehäuft bei Pferden auf. Sehnenverletzungen werden daher grob in zwei Gruppen eingeteilt werden:

Durch Verletzungen unterschiedlicher Genese kommt es zu intratendinösen Blutungen, die von deutlichen Entzündungsreaktionen begleitet werden. Es kommt zu Bildung von Ödemen, Infiltration durch neutrophile Granulozyten und Makrophagen und Freisetzung von proteolytischen Enzymen. Im weiteren Verlauf wird Granulations- bzw. Narbengewebe gebildet, sodass die Sehne aufgrund der veränderten Zusammensetzung (mehr Kollagen Typ III und Glykosaminoglykane, weniger COMP) an Elastizität verliert.

4 Literatur

  • Dr. Rhea Haralambus, Dipl. ECVS. Sehnenerkrankungen, Ätiologie, Symptomatik und Diagnostik der akuten und chron. Tendopathie Desmopathie, Ultraschalldiagnostik, Insertionsdesmopathie, Therapie. Vorlesung Orthopädische Erkrankungen, SS 19. Veterinärmedizinische Universität Wien.
  • Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B, Wehrend A (Hrsg.). 2017. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in Georg Thieme Verlag KG. ISBN: 978-3-13-219621-6

Diese Seite wurde zuletzt am 12. Dezember 2020 um 20:26 Uhr bearbeitet.

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