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Phalanx distalis (Veterinärmedizin)

Synonyme: Endphalange, Krallenbein/Os unguiculare (Fleischfresser), Klauenbein/Os ungulare (Wiederkäuer/Schwein), Hufbein/Os ungulare (Pferd)

1 Definition

Die Phalanx distalis, auch Endphalange genannt, ist der am weitesten distal gelegene Zehenknochen bei den Hausäsugetieren.

2 Anatomie

Als Phalanx distalis bezeichnet man das distal Zehenglied bei den Haussäugetieren. Sie kann mit der Phalanx distalis der Menschen verglichen werden.

Aufgrund der großen tierartlichen Unterschiede ist sie der Form einer Hufe (Equiden), einer Klaue (Wiederkäuer bzw. Schweine) bzw. einer Kralle (Fleischfresser) angepasst. Die Endphalange muss aus diesen Gründen für jede Tierart gesondert betrachtet werden:

2.1 Hufbein

Das Hufbein (Os ungulare) des Pferdes ist aus einer konkaven Sohlenfläche (Facies solearis), einer konvexen Wandfläche (Facies parietalis) und einer Gelenkfläche (Facies articularis) aufgebaut. Die Artikulationsfläche dient zur Kommunikation mit dem Kronbein. Auf der Wandfläche findet man einen Sulcus parietalis medialis bzw. lateralis und einige Gefäßlöcher.

Die Linea semilunaris unterteilt die Sohlenfläche in ein Planum cutaneum und eine Facies flexoria. Letzterer dient als Ansatzstelle der tiefe Beugesehne (Musculus flexor digitalis communis). Beidseits der Facies flexoria findet man die Foramina solearia laterale bzw. mediale, welche die Öffnungen zum Canalis solearis bilden. Im Canalis solearis verlaufen ein venöser und ein arterieller Arcus terminalis. Er wird von den Zehengefäßen, den Arteriae digitales laterales und mediales sowie ihren Begleitvenen gebildet. Vom Arcus terminalis ausgehend ziehen kleine Gefäße durch das Hufbein und verlassen dieses über die Gefäßlöcher, um die Huflederhaut zu versorgen.

Der Tragrand (Margo solearis) stellt die Verbindung zwischen Wand- und Sohlenfläche dar. Am Scheitel ist eine Kerbe, die Crena marginis solearis, sichtbar.

Die Gelenkfläche (Facies articularis) artikuliert hauptsächlich mit der Gelenkrolle des Kronbeins (Caput phalangis). Zusätzlich findet man palmar eine weitere Artikulationsfläche mit dem Strahlbein, die als Facies articularis sesamoidea bezeichnet wird.

Am Kronrand, auch Margo coronalis genannt, treffen sich die Wand- und Gelenkfläche. Am Processus extensorius, der sich mittig am Kronrand befindet, inseriert die Ansatzsehne des Musculus extensor digitalis communis.

Die Hufbeinäste, Processus palmaris medialis bzw. Processus palmaris lateralis, zeigen nach palmar. Sie werden durch die Incisura processus palmaris eingekerbt und dadurch in einen proximalen und distalen Astwinkel aufgeteilt.

Der Hufknorpel Cartilago ungularis lateralis bzw. Cartilago ungularis medialis, sitzt auf den Hufbeinästen auf und besteht aus Faserknorpel. Er formt zwei gebogene Platten, die sowohl proximal als auch palmar über das Hufbein ragen.

2.2 Klauenbein

Beim Klauenbein (Os ungulare) werden die gleichen Flächen und Ränder wie beim Hufbein unterschieden. Der Processus extensorius am Kronrand ist deutlich ausgeprägt und dient ebenfalls dem Ansatz des Musculus extensor digitorum communis. Am Klauenbein wird die Wandfläche in eine konkave Facies axialis, die zum Klauenspalt weist, und in eine konvexe Facies abaxialis unterteilt.

Beidseits verläuft eine Rinne die als Sulcus parietalis axialis bzw. abaxialis bezeichnet wird. Diese Rinnen enden palmar am Foramen axiale bzw. Foramen abaxiale. Das nach abaxial geneigte Planum cutaneum stellt die Sohlenfläche dar. Das Tuberculum flexorium ist das verdickte Ende des Planum cutaneum und dient der tiefen Beugesehne als Ansatz. Die Artikulationsfläche zur Gelenkrolle des Kronbeins hat palmar eine Facies articularis sesamoidea für die Artikulation mit den distalen Sesambeinen.

2.3 Krallenbein

An der Wandfläche des Krallenbeins (Os unguiculare) kann man einen Rückenabschnitt und zwei Seitenabschnitte unterteilen. Die Crista unguicularis stellt eine proximale Verdickung des Krallenbeins dar. Sie steht nach distal hervor und bildet den Krallenfalz (Sulcus unguicularis).

Das Tuberculum flexorium der Crista unguicularis liegt palmar und dient der tiefen Beugesehne als Ansatzstelle. Beidseits des Tuberculum befindet sich das Foramen soleare axiale bzw. abaxiale. Sie dienen Blutgefäßen zur Öffnung.

Die Katze besitzt ein stärker gebogenes Krallenbein als der Hund.

3 Quelle

  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans und Gille, Uwe (2008): Anatomie für die Tiermedizin. Stuttgart: Enke

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