Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Dünndarm (Pferd)

Synonym: Intestinum tenue
Englisch: small intestine

1 Definition

Der Dünndarm ist der Abschnitt des Verdauungstraktes des Pferdes, der zwischen Magen und Dickdarm liegt.

2 Hintergrund

Der Dünndarm führt die im Magen begonnen Verdauungsprozesse der aufgenommenen Nahrung fort. Im Gegensatz zu anderen Haussäugetieren findet beim Pferd ein großer Teil der Verdauung im Caecum und in den nachfolgenden Colonabschnitten statt.

3 Anatomie

Der Dünndarm des Pferdes besteht aus drei Abschnitten, die unterschiedlich lang sind und verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Duodenum (Zwölffingerdarm): ca. 1 m lang
  • Jejunum (Leerdarm): ca. 25 cm lang
  • Ileum (Krummdarm): ca. 0,7 m lang

Die Länge der einzelnen Dünndarmabschnitte und ihre Weite (Lumen) ist individuellen sowie funktionellen Schwankungen unterworfen (Rasse, Alter u.ä.). Unter physiologischen Bedingungen kann das Lumen einen Durchmesser von 50 bis 70 mm haben, während es nach längerer Nahrungskarenz auch nahezu vollständig verschwunden sein kann.

3.1 Topographie

Das Duodenum entspringt rechts von der Medianebene aus dem Pylorusteil des Magens und liegt großteils auf der rechten Körperhälfte. Das sehr lange Jejunum ist an einem umfangreichen Mesojejunum befestigt und konzentriert sich vornehmlich am linken dorsalen Quadranten des Bauchraums und vermengt sich hier mit den ebenfalls großen Schlingen des Colon ascendens. Intrathorakal stoßen die Jejunumschlingen an die Milz, den Magen, die Leber, das Pankreas sowie an die hier gelagerten Colonschlingen.

Das Ileum geht in der linken Flankengegend aus dem Jejunum hervor und wendet sich nach rechts. Dabei überschreitet es die Medianebene und steigt auf Höhe des 3. bis 4. Lendenwirbels fast senkrecht auf, um dann medial an der ventral gelegenen kleinen Krümmung des Caecums (Basis caeci) mit dem Ostium ileale in das Caecum zu münden.

3.2 Gefäßversorgung

Das Duodeum wird über Äste der Arteria coeliaca sowie Arteria mesenterica cranialis versorgt. Die venöse Drainage erfolgt über gleichnamige Venen.

Die Lymphe fließt in das Lymphocentrum coeliacum, das Lymphocentrum mesentericum craniale und caudale ab.

3.3 Innervation

Für die sympathische Versorgung sind der Plexus mesentericus cranialis und caudalis mit ihren jeweils gleichnamigen prävertebralen Ganglien verantwortlich. Die parasympathische Innervation erfolgt über den Bauchteil des Nervus vagus.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band II: Eingeweide. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Mai 2020 um 12:26 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

18 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: