Affe
Synonyme: Anthropoidea, Simiae
Englisch: simian
Definition
Als Affen bezeichnet man eine Verwandtschaftsgruppe innerhalb der Ordnung der Primaten (Primates). Sie umfassen die nicht-menschlichen höheren Primaten und werden den Trockennasenaffen (Haplorhini) zugeordnet.
Taxonomie
- Unterklasse: Eutheria
- Ordnung: Primates
- Unterordnung: Haplorhini
- Teilordnung: Anthropoidea
- Unterordnung: Haplorhini
- Ordnung: Primates
Insgesamt gehören über 360 Arten in 51 Gattungen zu den Affen.
Einteilung
Affen werden klassisch in zwei Hauptgruppen unterteilt:
- Neuweltaffen (Platyrrhini)
- Altweltaffen (Catarrhini)
Vorkommen
Affen sind überwiegend in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet. Ihr Lebensraum umfasst vor allem Regenwälder, daneben aber auch Mangrovengebiete und Gebirgsregionen. Die geographische Verbreitung erstreckt sich über Afrika und Asien sowie über Mittel- und Südamerika.
Morphologie
Affen zeichnen sich durch eine Reihe charakteristischer morphologischer Merkmale aus. Dazu zählen insbesondere ein opponierbarer Daumen mit ausgeprägter Greiffunktion sowie nach vorne gerichtete Augen, die ein räumliches Sehen ermöglichen. Das Gehirn ist im Verhältnis zur Körpergröße relativ groß und zeigt eine zunehmende Differenzierung kortikaler Strukturen. Die Gebissformel variiert je nach Gruppe, wobei bei den Catarrhini typischerweise die Formel 2-1-2-3 vorliegt. In vielen Arten ist ein Schwanz vorhanden.
Genetik
Affen weisen eine hohe genetische Homologie zum Menschen auf, insbesondere die Altweltaffen und Menschenaffen. Der genetische Aufbau ist durch eine enge evolutionäre Verwandtschaft gekennzeichnet, was sich in vergleichbaren Genomstrukturen und konservierten Genabschnitten widerspiegelt. So beträgt die Sequenzhomologie zwischen Mensch und Schimpanse etwa 98–99 %.
Das Genom der Affen ist diploid organisiert und umfasst, abhängig von der Art, eine artspezifische Chromosomenzahl, wobei strukturelle Unterschiede wie Chromosomenfusionen und -translokationen eine Rolle in der Evolution gespielt haben. Besonders bekannt ist die Fusion zweier Chromosomen beim Menschen zum Chromosom 2, die bei anderen Menschenaffen getrennt vorliegt.
Medizinische Bedeutung
Affen besitzen eine hohe Bedeutung für die medizinische Forschung, da sie aufgrund ihrer genetischen und physiologischen Nähe zum Menschen als Modellorganismen eingesetzt werden. Sie spielen insbesondere in der Neurowissenschaft, der Infektiologie und der Pharmakologie eine wichtige Rolle. Gleichzeitig sind sie ein relevantes Reservoir für zoonotische Infektionen. Zu den bedeutenden Erkrankungen, die von Affen auf den Menschen übertragen werden können, zählen unter anderem die Affenpocken (Mpox), Infektionen mit dem Herpes-B-Virus, simiane Immundefizienzviren als Vorläufer des humanen Immundefizienzvirus sowie die Tuberkulose.
Ethische Aspekte
Der Einsatz von Affen in der Forschung ist aufgrund ihrer hohen kognitiven Fähigkeiten und sozialen Komplexität ethisch besonders sensibel. Entsprechend unterliegt ihre Haltung und Verwendung strengen tierschutzrechtlichen Bestimmungen und internationalen Richtlinien.