Eplerenon
Handelsname: Inspra®
Synonym: Epoxymexrenon
Englisch: eplerenone
Definition
Eplerenon ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Aldosteron-Antagonisten.
Chemie
Eplerenon hat die Summenformel C24H30O6 und eine molare Masse von 414,49 g/mol.
Wirkmechanismus
Eplerenon bindet spezifisch an Aldosteronrezeptoren. Die Bindung an Androgen- und Progesteronrezeptoren ist im Vergleich zu Spironolacton deutlich schwächer ausgeprägt. Dadurch wird die Wirkung des Aldosterons gehemmt, es erfolgt eine vermehrte Ausscheidung von Wasser und Natrium bei gleichzeitiger Retention von Kalium.
Neben dem diuretischen Effekt spielt klinisch insbesondere die Hemmung maladaptiver kardialer und vaskulärer Remodeling-Prozesse eine Rolle. Aufgrund der engen therapeutischen Grenzen des Serumkaliums muss dieses bei einer Therapie mit Eplerenon regelmäßig kontrolliert werden, um eine Hyperkaliämie zu verhindern.
Eplerenon war 2004 die erste Substanz aus der Gruppe der Aldosteron-Antagonisten, die eine hohe Spezifität für die Zielrezeptoren aufweist.
Pharmakokinetik
Eplerenon hat eine Eliminationshalbwertszeit von 5 Stunden. Die Resorption erfolgt schnell und zuverlässig. Die Eindosierung ist in der Regel nach 2 Tagen mit Erreichen konstanter Plasmaspiegel abgeschlossen. Der Wirkeintritt erfolgt dem Wirkmechanismus entsprechend verzögert. Die orale Bioverfügbarkeit beträgt etwa 69 % und ist weitgehend nahrungsunabhängig. Die Verstoffwechselung erfolgt durch CYP3A4, die Ausscheidung inaktiver Metaboliten vorwiegend renal.
Indikationen
Eplerenon ist zugelassen:[1]
- in Kombination mit der Standardtherapie einschließlich Betablocker zur Verringerung des Risikos der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei stabilen Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion (LVEF ≤ 40 %) und klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz nach kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt
- in Kombination mit der Standardtherapie zur Verringerung des Risikos der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei erwachsenen Patienten mit (chronischer) Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVEF ≤ 30 %)
Off-label kommt Eplerenon beim Hyperaldosteronismus oder zur Ausschwemmung von Ödemen z.B. im Rahmen einer Leberzirrhose zur Anwendung, insbesondere wenn Spironolacton nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist.[2]
Applikation
Die Applikation erfolgt peroral, die Tagesdosis liegt zwischen 25 und 50 mg.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Die häufigste und klinisch relevanteste Nebenwirkung von Eplerenon ist die Hyperkaliämie, die durch die verminderte Kaliumausscheidung bedingt ist. Das Risiko steigt insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei gleichzeitiger Gabe von ACE-Hemmern, AT1-Rezeptorantagonisten oder kaliumsparenden Diuretika an.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:
- Hypotonie
- Schwindel
- Kopfschmerz
- Niereninsuffizienz bzw. Verschlechterung der Nierenfunktion
Im Vergleich zu Spironolacton treten endokrinologische Nebenwirkungen wie Gynäkomastie, Libidoverlust oder Amenorrhö deutlich seltener auf, da Eplerenon eine höhere Selektivität für den Aldosteronrezeptor besitzt.
Wechselwirkungen
Eplerenon wird überwiegend über das Cytochrom-P450-System (v.a. CYP3A4) metabolisiert. Daraus ergeben sich klinisch relevante Wechselwirkungen:
- Starke CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Ritonavir) können die Plasmakonzentration von Eplerenon deutlich erhöhen und sind kontraindiziert.
- Moderate CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Erythromycin, Verapamil, Fluconazol) führen zu erhöhten Wirkspiegeln. Es ist ggf. eine Dosisanpassung erforderlich.
- CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut) können die Wirksamkeit von Eplerenon vermindern.
Pharmakodynamisch relevante Wechselwirkungen betreffen insbesondere den Kaliumhaushalt:
- Die gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern, AT1-Rezeptorantagonisten oder kaliumsparenden Diuretika erhöht das Risiko einer Hyperkaliämie.
- Kaliumpräparate oder kaliumreiche Ernährung können ebenfalls zu erhöhten Kaliumspiegeln führen.
- Die Kombination mit NSAR kann die Nierenfunktion verschlechtern und das Risiko einer Hyperkaliämie erhöhen.
Aufgrund dieser Wechselwirkungen sind regelmäßige Kontrollen von Serumkalium und Nierenfunktion erforderlich.
Quellen
- ↑ Fachinfo Eplerenon, zuletzt abgerufen am 10.04.2026
- ↑ Khaled et al.: Medikamentöse Therapie bei Patienten mit Leberzirrhose. Die Gastroenterologie, 2022