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Megaloblastäre Anämie

Synonym: Megaloblastenanämie
Englisch: megaloblastic an(a)emia

1 Definition

Megaloblastäre Anämie ist ein Sammelbegriff für Anämieformen, bei der die DNA-Synthese der blutbildenden Zellen im Knochenmark beeinträchtigt ist. Dabei kommt es zu einer Entwicklungs- und Reifungsstörung der Erythrozyten, die mit dem Auftauchen von Megaloblasten im Knochenmark, sowie mit einer Vergrößerung der Erythrozyten im peripheren Blut (Megalozyten) einhergeht.

2 Hintergrund

Bei den Megaloblasten handelt es sich überwiegend um Vorläuferzellen der Erythropoese, die eine anomale Kernstruktur aufweisen. Darüber hinaus können aber auch andere Zelllinien, wie die Zellen der Granulopoese und die Megakaryozyten verändert sein. Die megaloblastäre Anämie zeigt sich im Blutbild als hyperchrome, makrozytäre Anämie, d.h. MCH und MCV sind erhöht. Außerdem finden sich übersegmentierte Granulozyten mit 6-7 Segmenten. Im fortgeschrittenen Stadium zeigt sich eine Panzytopenie.

3 Ursachen

Die häufigsten Ursachen einer megaloblastäre Anämie sind ein Folsäuremangel (Folsäuremangelanämie) oder Vitamin-B12-Mangel (Vitamin-B12-Mangelanämie, veraltet: perniziöse Anämie). Weitere mögliche Ursachen sind:

Wichtige Differentialdiagnose, vor allem bei älteren Patienten, ist ein Myelodysplastisches Syndrom.

Die durch Folsäuremangel verursachte megaloblastäre Anämie bezeichnet man auch als Folsäuremangelanämie. Ein Vitamin B12-Mangel, entsteht meist durch ein Defizit an Intrinsic Factor bei chronischer atrophischer Gastritis. Er führt zur einer anderen Form der megaloblastären Anämie, der perniziösen Anämie. Anhand des hämatologischen Befundes lassen sich beide Formen nicht unterscheiden.

4 Epidemiologie

Die megaloblastäre Anämie durch Vitamin-B12-Mangel tritt mit einer Inzidenz von etwa 9 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr auf. Das Erkrankungsalter weist einen Gipfel bei rund 60 Jahren auf.

5 Diagnose

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