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Hashimoto-Thyreoiditis

Nach Hakaru Hashimoto (1881 bis 1934) , japanischer Pathologe
Synonyme: Autoimmunthyreopathie Typ 1A, Autoimmunthyreopathie Typ 2A
Englisch: Hashimoto's disease, Hashimoto's thyroiditis

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Autoimmunthyreopathie). Das Krankheitsbild wurde erstmals im Jahre 1912 von dem in Berlin tätigen japanischen Chirurgen Hakaru Hashimoto beschrieben.

2 Ätiologie und Pathogenese

Die Erkrankung ist durch eine Zerstörung der Schildrüsenzellen charakterisiert, für die verschiedene zelluläre und humorale Immunprozesse verantwortlich sind. Die genauen Auslösemechanismen der Immunreaktion sind noch weitgehend unbekannt.

Die Bildung von mikrosomalen Antikörpern gegen die Schilddrüsen-Peroxidase (TPO-AK, MAK) und von Antikörpern gegen Thyreoglobulin (Tg-AK) findet in einer Nebenreaktion statt. Bei 10-20% der Patienten werden keine Antikörper gebildet. Fehlende Antikörper schließen daher das Vorliegen einer Hashimoto-Thyreoiditis nicht aus. Anders als beim Morbus Basedow sind die Antikörper hier nicht krankheitsverursachend.

Oft sind erhöhte Antikörperspiegel nur phasenweise vorhanden. Die Höhe der Antikörpertiter steht nicht in Relation zur Krankheitsintensität.

3 Einteilung

3.1 ...nach Schilddrüsenvolumen

  • sekundär atrophe Form: Kontinuierliche Abnahme des Schilddrüsenvolumens ausgehend von einer ursprünglich vorliegenden Struma (die primär atrophe Form wird als Ord-Thyreoiditis bezeichnet)
  • hypertrophe Form: Zunahme des Schilddrüsenvolumen mit Entwicklung einer Struma

3.2 ...nach Stoffwechsellage

4 Diagnostik

Diagnostische Kriterien für eine Hashimoto-Thyreoiditis sind:

5 Symptome

Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind sehr unterschiedlich und oft schwer zu interpretieren. Ein Teil der Fälle verläuft asymptomatisch oder symptomarm und lässt sich durch Substitution von Schilddrüsenhormonen vollständig therapieren. Ein anderer Teil der Patienten zeigt schwere Verläufe mit mannigfaltigen und oft irreführenden Symptomen bis hin zu Komplikationen wie der Hashimoto-Enzephalopathie.

Anfangs stehen kurzzeitig die Symptome einer Hyperthyreose (Hashitoxikose) im Vordergrund, später Symptome einer Hypothyreose.

6 Therapie

Der zugrunde liegende Defekt des Immunsystems kann zur Zeit (2013) nicht behandelt werden. Immunsuppressiva sind bei der Hashimoto-Thyreoiditis weitgehend wirkungslos.

Die Therapie fokussiert sich auf die Normalisierung des Schilddrüsenhormonspiegels. In der Phase der Hashitoxikose wird von einigen Autoren ein Therapieversuch mit Thyreostatika empfohlen, andere sehen Thyreostatika als ineffektiv an.

Die Behandlung der im weiteren Verlauf auftretenden Hypothyreose besteht in der lebenslangen Substitution von L-Thyroxin. Gelegentlich kann die Einnahme von Selen (200 µg) helfen, die Antikörper zu senken.

Bei Patienten mit einer nachgewiesener bzw. vermuteter Umwandlungsstörung T4/T3 empfiehlt sich eine Therapie mit einer Kombination aus L-Thyroxin und Liothyronin.

Ein Teil der Patienten profitiert von der Einnahme natürlicher Schilddrüsenhormone. Die Hormoneinstellung muss immer individuell angepasst werden. Diese Therapieform ist jedoch umstritten.

7 Prognose

Eine Hashimoto-Thyreoiditis heilt nicht aus, die T4-Substitution muss lebenslänglich erfolgen. Gelegentlich kann es zur Ausbildung zervikaler Lymphome kommen, weshalb in regelmäßigen Abständen Schilddrüsen-Sonographien erforderlich sind.

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