Das Medizinlexikon zum Medmachen

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Struma

Synonyme: Kropf, Schilddrüsenvergrößerung
Englisch: goiter, goitre

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Als Struma wird eine Vergrößerung der Schilddrüse über die Obergrenze ihres alters- und geschlechtsspezifischen Referenzbereiches bezeichnet.

Das Gegenteil der Struma ist eine Schilddrüsenatrophie.

2 Referenzbereich

Die Obergrenze des normalen Schilddrüsenvolumens liegt für erwachsene Frauen bei 18 ml, für erwachsene Männer bei 25 ml.

3 Einteilung

3.1 ...nach klinischen Kriterien

Große Struma
  • Stadium 0: keine Struma
  • Stadium I: tastbare Struma
    • Stadium Ia: tastbare, aber auch bei Reklination des Kopfes nicht sichtbare Struma
    • Stadium Ib: tastbare und unter Reklination des Kopfes auch sichtbare Struma
  • Stadium II: auch ohne Reklination des Kopfes sichtbare Struma
  • Stadium III: sehr große Struma, die auch aus größerer Entfernung sichtbar ist und mit lokalen Komplikationen verbunden ist.

3.2 ...nach Binnenstruktur

4 Ätiologie

Verschiedene Ursachen führen zur Entwicklung einer Struma. Die häufigsten sind der Mangel an Spurenelementen wie Jod, Selen oder Eisen, entzündliche Schilddrüsenerkrankungen (Autoimmunthyreopathien) und "strumigene" Medikamente und Toxine. In Ländern mit sehr hoher Jodversorgung wie Japan kann auch ein Überschuss an Jod auf dem Wege über einen Wolff-Chaikoff-Effekt und einen Plummer-Effekt zur Entwicklung einer Struma führen.

5 Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Struma. Die häufige Jodmangelstruma kann durch eine hinreichende Substitution mit Jod (100 - 200 µg/Tag), bei Erfolglosigkeit auch durch eine zusätzliche Behandlung mit Thyroxin (in nicht TSH-suppressiver Dosis, ca. 50 µg/Tag) erfolgen.

Die multizentrische vierarmige LISA-Studie konnte zeigen, dass die Kombinationstherapie aus Levothyroxin und Jodid zu einer signifikanten Reduktion sowohl des Schilddrüsenvolumens als auch des Knotenvolumens führt.[1]

Strumen bei Autoimmunthyreopathien sprechen nicht auf eine Jodsubstition an. Im Rahmen eines Morbus Basedow kommt es oft zu einer spontanen Rückbildung. In therapieresistenten Fällen ist meist eine definitive Therapie mittels Operation oder Radiojodtherapie erforderlich. Letztere sollte bei Morbus Basedow wegen der möglichen Entwicklung einer endokrinen Orbitopathie nur unter zusätzlicher Gabe von Steroiden erfolgen.

Bei jodinduzierter Struma und polyzystischer Schilddrüsenerkrankung besteht die Therapie im Gegenteil in der Einführung einer jodarmen Ernährung.

Eine definitive Therapie ist bei jeglichem Malignitätsverdacht und bei Autonomien erforderlich. Bei einer Schilddrüsenautonomie besteht die definitive Therapie der Wahl in der funktionserhaltenden Radiojodtherapie, bei bestehendem Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom in der Operation (und, je nach Tumorstadium in ergänzenden Maßnahmen wie hochdosierter Radiojodablation und TSH-suppressiver Hormontherapie).

6 Literatur

  1. Grussendorf M, Reiners C, Paschke R, Wegscheider K; LISA Investigators. Reduction of thyroid nodule volume by levothyroxine and iodine alone and in combination: a randomized, placebo-controlled trial. J Clin Endocrinol Metab. 2011 Sep;96(9):2786-95. doi: 10.1210/jc.2011-0356. Epub 2011 Jun 29. PMID 21715542

Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte an.

Letzte Autoren des Artikels:

21 Wertungen (4.33 ø)
Teilen

54.449 Aufrufe

userImage

Nadine Feyer schreibt seit dem 11.06.2011 im Flexikon, hat bereits 71 neue Artikel publiziert und 56 Artikeldetails verbessert.

Autor werden

Das Flexikon enthält bereits 41.341 Artikel - jetzt mitmachen & weitersagen!

Copyright ©2014 DocCheck Medical Services GmbH