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Calcitonin

Synonyme: Kalzitonin, Thyreocalcitonin
Englisch: calcitonin

1 Definition

Calcitonin ist ein Peptidhormon, das hauptsächlich in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet wird. Zu geringen Anteilen sind auch Thymus und die Nebenschilddrüse an der Calcitoninproduktion beteiligt.

2 Biochemie

Humanes Calcitonin (hCT) ist ein Polypeptid aus 32 Aminosäuren, das eine Molekülmasse von rund 3,4 kDa hat. Für seine biologische Aktivität ist die intramolekulare Disulfidbrücke zwischen Cys-1 und Cys-7 und ein amidierter C-Terminus (Prolinamid) wichtig. Fehlt die Disulfidbrücke, findet zwar eine Bindung des Moleküls an den Calcitonin-Rezeptor statt, er wird aber nicht aktiviert.

3 Physiologie

Calcitonin ist der Gegenspieler des in den Nebenschilddrüsen gebildeten Parathormons. Beide Hormone regulieren gemeinsam den Kalzium- und Phosphathaushalt des Körpers. Calcitonin senkt den Kalziumspiegel im Blut.

Wenn Calcitonin freigesetzt wird, wird die Aktivität der Osteoklasten gehemmt, wodurch weniger Kalzium aus der Knochensubstanz freigesetzt wird. Außerdem wird die Ausscheidung von Kalzium und Phosphat über die Niere gesteigert. Die Resorption im Darm dagegen wird gesenkt. Wenn die Serumspiegel von Kalzium steigen, wird vermehrt Calcitonin ausgeschüttet und umgekehrt. Da bei medullären C-Zell-Karzinomen der Schilddrüse vermehrt Calcitonin produziert wird, kann der Calcitoninspiegel als Tumormarker dienen.

4 Klinik

Therapeutisch wird Calcitonin bei der Osteoporose eingesetzt. Erhältlich sind Lösungen zur parenteralen Anwendung. In der Vergangenheit waren auch Nasensprays verfügbar, die jedoch wegen eines bis zu 2,4% erhöhten Malignomrisikos vom Markt genommen wurden.

Bei Hypokalzämie darf Calcitonin nicht zur Anwendung kommen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Flush, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, die gelegentlich auftreten. Seit die Bisphosphonate zur Therapie der Osteoporose zur Verfügung stehen, wird Calcitonin seltener eingesetzt.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen 
Arzneimittelbehörde EMA hat 2012 offiziell die Empfehlung ausgesprochen, calcitoninhaltige Arzneimittel, die beispielsweise zur Behandlung Osteoporose oder tumorbedingter Hyperkalziämie indiziert sind, nur zur kurzfristigen Behandlung zu verabreichen. Hintergrund ist, dass eine Langzeit-Anwendung dieser Arzneimittel mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung steht.

Calcitonin ist instabil. Blutproben müssen in gekühlten Röhrchen abgenommen und sofort ins Labor gebracht werden. Haltbarkeit bei Raumtemperatur (nach Zentrifugation) ungefähr 4 Stunden, gekühlt 1 Tag.

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