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Iod

Synonym: Jod
Englisch: iodine

1 Definition

Iod ist ein chemisches Element aus der Gruppe der Halogene. Es ist ein kristalliner, metallisch glänzender Feststoff, der schon bei Zimmertemperatur charakteristisch riechende, violette Dämpfe absondert (Sublimation).

Iod

2 Medizinische Bedeutung

Iod ist für den menschlichen Organismus zur Synthese der Schildrüsenhormone essentiell. Die tägliche Iodaufnahme sollte 200 μg nicht unterschreiten und kann bei Bedarf auch therapeutisch substituiert werden. Ausgeprägter Jodmangel führt zu einer Hypothyreose.

Es wird zu 99% (das sind 10-30 mg) in der Schilddrüse gespeichert, wo es durch eine Peroxidase in Gegenwart von Wasserstoffperoxid zu elementarem Iod oxidiert wird, um dann mit der Aminosäure Tyrosin zu den Iodothyroninen Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) verstoffwechselt zu werden. Diese beiden Hormone sind Bestandteile eines komplexen Regelkreises (Thyreotroper Regelkreis) und werden benötigt, um den Grundumsatz des Körpers zu steigern, was einhergeht mit gesteigertem Sauerstoffverbrauch in den Geweben, einer Verminderung der Glucosetoleranz (Glucose wird vermehrt verstoffwechselt) und der Steigerung der Fettverbrennung. Weiterhin sind T3 und T4 wichtige wachstumsfördernde Faktoren und sensibilisieren Adrenalinrezeptoren.

In Jodmangelgebieten (zum Beispiel weite Teile Bayerns) ist die euthyreote Struma endemisch. Iod kann vor operativen Eingriffen an der Schilddrüse (z.B. beim Schilddrüsenadenom) zur funktionellen Ausschaltung der Schilddrüsenfunktion (Jodplummerung) verwendet werden.

Als Povidon-Iod (z.B. Betaisodona®) ist Iod ein sehr wirksames Desinfektionsmittel.

3 Toxikologie

Toxikologisch muß zwischen der Giftwirkung von elementarem Iod und von Iodid-Ionen unterschieden werden: Ersteres inaktiviert Körperproteine, so daß bereits 30g Jodtinktur oral appliziert tödlich wirken; lokal verursachen Ioddämpfe heftige Reizungen der Augen und der Nasenschleimhäute (Jodschnupfen, daher MAK 1 mg/ m³). Iod-Ionen dagegen verursachen den sogenannten Jodismus mit Juck- und Niesreiz, der schlimmstenfalls in eine Hyperthyreose übergeht. Ein weiteres Gesundheitsrisiko bilden die bei der Kernspaltung entstehenden Radiojod-Isotope, die statt des natürlichen nicht radioaktiven Isotops in das Schilddrüsengewebe eingelagert werden und zur Krebsentstehung beitragen; allerdings ist die radioaktive Wirkung auch ein wichtiges Diagnostikum und Therapeutikum in der Nuklearmedizin.

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