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Cannabis

Synonym: Haschisch, Marihuana
Englisch: cannabis

1 Definition

Cannabis ist eine THC-haltige Droge, die gegessen, getrunken oder geraucht konsumiert wird und zu den sogenannten "weichen" Drogen zählt.

2 Hintergrund

Cannabis stammt von der Hanf-Pflanze (botanisch: Cannabis sativa und Cannabis indica). Die Bezeichnung "Haschisch" kommt aus dem Arabischen und bezeichnet dort "Gras". Haschisch definiert sich als das getrocknete Blütenharz der Pflanze; Marihuana ist getrocknetes Pflanzenmaterial. In Deutschland fällt Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz und ist in der Anlage I zu § 1 Abs. 1 BtmG (nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel) aufgelistet. Cannabis-haltige Fertigarzneimittel sind jedoch seit 18. Mai 2011 in Deutschland verkehrs- und verschreibungsfähig.

3 Inhaltsstoff

Der eigentliche Wirkstoff der Cannabis-Pflanze ist das Tetrahydrocannabinol (THC). Der THC-Gehalt verschiedener Pflanzenteile (Blätter, Blüten) oder Cannabiszubereitungen (Harze) kann sehr unterschiedlich sein. Nur die weibliche Cannabis-Pflanze enthält eine wirksame Menge an Cannabinoiden, wie das Hauptcannabinoid THC.

4 Pharmakologie

Cannabis und andere Cannabinoide entfalten ihre psychische Wirkung über spezielle Cannabis-Rezeptoren im ZNS, die Teil des endogenen Cannabinoid-Systems sind.

5 Therapiemöglichkeiten

Der medizinische Einsatz von Cannabis wird kontrovers diskutiert. Das physische und psychische Abhängigkeitspotential ist vergleichsweise gering. Das macht diese Droge zu einem Medikament mit vergleichsweise geringem Behandlungsrisiko. In Holland und einigen US-Bundesstaaten kann Cannabis in ganz bestimmten Indikationen verordnet und über Apotheken bezogen werden. Ein routinemäßiger therapeutischer Einsatz in Deutschland wird von vielen Schmerztherapeuten angestrebt, aber auch kontrovers diskutiert.

Cannabis dilatiert die Bronchien und wirkt sedierend und kann z.B. bei Asthmatikern in ölig-wässriger Tropfenform eingesetzt werden. Genau diese Eigenschaft ist es aber auch, die das Rauchen dieser Droge mit grossen kanzerogenen Risiken behaftet. Ein Gramm Haschisch enthält etwa 50 mal mehr Teer als ein Gramm Tabak und durch die Dilatation der Bronchien wird beim Rauchen jeder Teerpartikel bis in die entlegensten Lungenpartien befördert. Daher ist den Patienten vom Rauchen dieser Droge grundsätzlich abzuraten.

Durch die Relaxierung der Muskeln ist es beispielweise auch möglich, bei Patienten mit multipler Sklerose die Krämpfe zu vermindern und die daraus resultierenden Schmerzen zu lindern. Ein weitere Indikation in der Neurologie ist das Tourette-Syndrom.

Die enorme Appetitsteigerung durch Cannabis führt bei ausgezehrten Patienten mit zum Beispiel AIDS und Krebs zu Gewichtszunahme und damit ggf. zur Lebensverlängerung. Schliesslich kann durch Entspannung und Verlängerung der Schmerzmittelwirkung an Opiatrezeptoren auch die Menge Frequenz der Analgetika reduziert werden.

6 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Cannabis tauchen vor allem bei Überdosierung und bei Langzeitanwendung auf. Typisch für Überdosierungen sind Wahnvorstellungen mit Anfällen von Paranoia. Bei Dauermißbrauch kann ein Amotivational Syndrome mit Antriebslosigkeit und Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Darüber hinaus wurden zahlreiche Fälle beschrieben, bei denen die langjährige Inhalation von Cannabisrauch zu einem schweren Lungenemphysem führte.

Ein weiteres ernsthaftes Problem des unkontrollierten Cannabiskonsums ist das Rauchen von verunreinigtem Cannabis, welches in der Absicht der Gewinnmaximierung des Dealers vor dem "Straßenverkauf" durch Zusatz diverser Strecksubstanzen "schwerer gemacht" wird. Als Strecksubstanzen findet sich neben Mehl, Zucker und Sand zunehmend auch Blei. Rauchen von derart verunreinigtem Cannabis kann neben schwerwiegenden Langzeitfolgen zu akuter Vergiftung führen (z.B. Bleivergiftung).

Die Diskussion über Nebenwirkungen von Cannabis ist häufig ideologisch gefärbt, da es nur sehr wenige kontrollierte Studien gibt, die diesen Aspekt systematisch untersuchen.

siehe auch: Cannabisabusus

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