Krim-Kongo-Fieber: Unterschied zwischen den Versionen

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==Definition==
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Das '''Krim-Kongo-Fieber''' ist eine [[Viruserkrankung]] mit möglichem [[hämorrhagisches Fieber|hämorrhagischen]] Verlauf, die durch [[Bunyavirus|Bunyaviren]] hervorgerufen wird.
Das '''Krim-Kongo-Fieber''' ist eine [[Viruserkrankung]] mit möglichem [[hämorrhagisches Fieber|hämorrhagischen]] Verlauf, die durch [[Bunyaviren]] hervorgerufen wird.


==Erreger==
==Erreger==
Das [[Krim-Kongo-Fieber-Virus]] gehört zu [[Nairovirus|Nairoviren]] aus der Familie der Bunyaviren. Das Virus wurde 1956 in Zaire zum ersten Mal aus menschlichem [[Blut]] isoliert. Es handelt sich um ein 80-120 nm großes [[RNA-Virus]] mit [[helikal]]em [[Kapsid]].
Das [[Krim-Kongo-Fieber-Virus]] gehört zu [[Nairovirus|Nairoviren]] aus der [[Ordnung]] der Bunyaviren. Das Virus wurde 1956 in Zaire zum ersten Mal aus menschlichem [[Blut]] isoliert. Es handelt sich um ein 80-120 nm großes [[RNA-Virus]] mit [[helikal]]em [[Kapsid]].


==Verbreitung==
==Verbreitung==
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==Übertragung==
==Übertragung==
Die Übertragung des Virus erfolgt meist durch den Biss von [[Zecke]]n. Vor allem Hyalomma-Zecken, die als Charakteristikum weiß-braune gebänderte  Beine aufweisen, kommen als [[Vektor]]en in Betracht. Als [[Virusreservoir]] dienen Haus- und Wildtiere, z.B. Kühe, Schafe oder Ziegen.
Die Übertragung des Virus erfolgt meist durch [[Zeckenstich]]e. Vor allem [[Hyalomma]]-Zecken, die als Charakteristikum weiß-braune gebänderte  Beine aufweisen, kommen als [[Vektor]]en in Betracht. Als [[Erregerreservoir|Virusreservoir]] dienen Haus- und Wildtiere, z.B. Kühe, Schafe oder Ziegen.


Das Virus wird von den Zecken mit dem Blut infizierter Tiere in den [[Verdauungstrakt]] des [[Parasit]]en aufgenommen, wo es einige Zeit überleben kann. Beißt die Zecke einen gesunden Wirt, geht der Virus mit dem Speichel auf diesen über.
Das Virus wird von den Zecken mit dem Blut infizierter Tiere in den [[Verdauungstrakt]] des [[Parasit]]en aufgenommen, wo es einige Zeit überleben kann. Sticht die Zecke einen gesunden Wirt, geht der Virus mit dem Speichel auf diesen über.


Weitere Übertragungswege sind die [[Schmierinfektion]] von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch. Auch die Verbreitung via [[Tröpfcheninfektion]] oder die Übertragung durch [[kontaminiert]]e Instrumente oder [[Gewebe]] ist möglich.
Weitere Übertragungswege sind die [[Schmierinfektion]] von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch. Auch die Verbreitung via [[Tröpfcheninfektion]] oder die Übertragung durch [[kontaminiert]]e Instrumente oder [[Gewebe]] ist möglich.


==Symptome==
==Symptome==
Die [[Inkubationszeit]] der Erkrankung ist vom [[Infektionsweg]] abhängig. Nach einem Zeckenbiss beträgt sie im Mittel etwa 2-3 Tage mit einem Maximum von 9 Tagen. Bei einer Infektion durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe ist sie etwas länger. Die grippeähnlichen Symptome setzen meist plötzlich ein und sind zu Beginn unspezifisch. Gelegentlich verläuft die Erkrankung auch [[inapparent]]. Zu den wichtigsten Symptomen zählen:
Die [[Inkubationszeit]] der Erkrankung ist vom [[Infektionsweg]] abhängig. Nach einem Zeckenstich beträgt sie im Mittel etwa 2-3 Tage mit einem Maximum von 9 Tagen. Bei einer Infektion durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe ist sie etwas länger. Die grippeähnlichen Symptome setzen meist plötzlich ein und sind zu Beginn unspezifisch. Gelegentlich verläuft die Erkrankung auch [[inapparent]]. Zu den wichtigsten Symptomen zählen:
 
===Allgemeinsymptome===
===Allgemeinsymptome===
* [[Fieber]]
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* [[Nackenschmerz]]en
* [[Nackenschmerz]]en
* [[Muskelschmerzen|Muskel]]- und [[Gliederschmerz]]
* [[Muskelschmerzen|Muskel]]- und [[Gliederschmerz]]
blutet aus den augen geld und aus dem penis kommt kacke raus
* Vergrößerte [[Lymphknoten]]


===Neurologische Symptome===
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* [[Stimmungsschwankung]]en
* [[Stimmungsschwankung]]en
* [[Depression]]
* [[Depression]]
* [[Fatima was geht,sagt man damit der schmerz weg geht]]


===Gastrointestinale Symptome===
===Gastrointestinale Symptome===
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* [[Diarrhö]]
* [[Diarrhö]]
* [[Hepatomegalie]]
* [[Hepatomegalie]]
* [[Man musst oft pissen,die piss die dann aus dem Penis rauskommt ist bei schweren Fällen Blau und estut an der Eichel weh]]


===Ophthalmologische Symptome===
===Ophthalmologische Symptome===
* [[Konjunktivitis]]
* [[Konjunktivitis]]
* [[Photophobie]]
* [[Photophobie]]
Man bekommt Durchfall also man kackt flüssig


===Hämorrhagischer Verlauf===
===Hämorrhagischer Verlauf===
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==Diagnose==
==Diagnose==
Die Diagnose erfolgt durch direkten oder indirekten Virusnachweis in speziell dafür ausgerichteten Laboreinrichtungen. Spezifische [[IgG]]- und [[IgM]]-Antikörper gegen das Virus lassen sich mittels [[ELISA]] oder [[EIA]] ab dem 6. Krankheitstag nachweisen. Für den direkten Virusnachweis steht die [[PCR]] zur Verfügung.
Die Diagnose erfolgt durch direkten oder indirekten Virusnachweis in speziell dafür ausgerichteten Laboreinrichtungen. Spezifische [[IgG]]- und [[IgM]]-Antikörper gegen das Virus lassen sich mittels [[ELISA]] oder [[EIA]] ab dem 6. Krankheitstag nachweisen. Für den direkten Virusnachweis steht die [[Polymerase-Kettenreaktion|PCR]] zur Verfügung.


==Therapie==
==Therapie==
Die Therapie ist primär [[symptomatisch]] und auf die Sicherung der [[Vitalfunktion]]en ausgerichtet. Sie erfolgt wegen der Ansteckungsgefahr auf einer [[Isolierstation]]. In einigen Fällen wurden erfolgreich [[Virustatikum|Virustatika]] (z.B. [[Ribavirin]]) eingesetzt. Der erfolgreiche Einsatz von [[Immunserum|Immunseren]] ist bislang nicht eindeutig belegt.
Die Therapie ist primär [[symptomatisch]] und auf die Sicherung der [[Vitalfunktion]]en ausgerichtet. Sie erfolgt wegen der Ansteckungsgefahr auf einer [[Quarantäne]]station. In einigen Fällen wurden erfolgreich [[Virustatikum|Virustatika]] (z.B. [[Ribavirin]]) eingesetzt. Der erfolgreiche Einsatz von [[Immunserum|Immunseren]] ist bislang nicht eindeutig belegt.


==Prophylaxe==
==Prophylaxe==
Eine sichere Schutzimpfung gegen das Krim-Kongo-Fieber ist bislang (2007) nicht verfügbar. In Osteuropa wird eine inaktivierte [[Vakzine]] aus Mäusegehirnen in kleinem Umfang angewendet. Bei einem Aufenthalt in [[Endemiegebiet]]en empfiehlt sich die Verwendung von [[Repellent]]s (z.B. [[DEET]]) und das Tragen geschlossener, heller Kleidung. Nach Aufenthalten im Freien insbesondere in der Nachbarschaft von Tieren sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden und diese ggf. sofort entfernt werden ([[Zeckenentfernung]]).
An einer [[Impfung]] wird geforscht, bislang ist jedoch keine sichere Schutzimpfung gegen das Krim-Kongo-Fieber (2020) verfügbar. In Osteuropa wird eine inaktivierte [[Vakzine]] aus Mäusegehirnen in kleinem Umfang angewendet. Bei einem Aufenthalt in [[Endemiegebiet]]en empfiehlt sich die Verwendung von [[Repellent]]s (z.B. [[Diethyltoluamid|DEET]]) und das Tragen geschlossener, heller Kleidung. Nach Aufenthalten im Freien insbesondere in der Nachbarschaft von Tieren sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden und diese ggf. sofort entfernt werden ([[Zeckenentfernung]]).
 
== Meldepflicht ==
Für [[virales hämorrhagisches Fieber|virale hämorrhagische Fieber]] besteht eine [[Meldepflicht]] nach §6 [[Infektionsschutzgesetz]].


==Weblinks==
==Weblinks==
* [http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs208/en/ WHO-Factsheet]
* [http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs208/en/ WHO-Factsheet]
[[Fachgebiet:Infektiologie]]
[[Fachgebiet:Tropenmedizin]]
[[Fachgebiet:Tropenmedizin]]
[[Tag:Eponym]]
[[Tag:Fieber]]
[[Tag:Hämorrhagisches Fieber]]
[[Tag:Meldepflicht]]
[[Tag:Virusinfektion]]
[[Tag:Zecke]]

Aktuelle Version vom 21. März 2024, 09:56 Uhr

Englisch: Crimean-Congo haemorrhagic fever, CCHF

Definition

Das Krim-Kongo-Fieber ist eine Viruserkrankung mit möglichem hämorrhagischen Verlauf, die durch Bunyaviren hervorgerufen wird.

Erreger

Das Krim-Kongo-Fieber-Virus gehört zu Nairoviren aus der Ordnung der Bunyaviren. Das Virus wurde 1956 in Zaire zum ersten Mal aus menschlichem Blut isoliert. Es handelt sich um ein 80-120 nm großes RNA-Virus mit helikalem Kapsid.

Verbreitung

Das Krim-Kongo-Fieber kommt in Südosteuropa (Bulgarien, Ungarn, Türkei), in einigen GUS-Staaten, im mittleren Osten (Afghanistan, Syrien, Irak, Iran), sowie in vielen Ländern Asiens und Afrikas vor.

Übertragung

Die Übertragung des Virus erfolgt meist durch Zeckenstiche. Vor allem Hyalomma-Zecken, die als Charakteristikum weiß-braune gebänderte Beine aufweisen, kommen als Vektoren in Betracht. Als Virusreservoir dienen Haus- und Wildtiere, z.B. Kühe, Schafe oder Ziegen.

Das Virus wird von den Zecken mit dem Blut infizierter Tiere in den Verdauungstrakt des Parasiten aufgenommen, wo es einige Zeit überleben kann. Sticht die Zecke einen gesunden Wirt, geht der Virus mit dem Speichel auf diesen über.

Weitere Übertragungswege sind die Schmierinfektion von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch. Auch die Verbreitung via Tröpfcheninfektion oder die Übertragung durch kontaminierte Instrumente oder Gewebe ist möglich.

Symptome

Die Inkubationszeit der Erkrankung ist vom Infektionsweg abhängig. Nach einem Zeckenstich beträgt sie im Mittel etwa 2-3 Tage mit einem Maximum von 9 Tagen. Bei einer Infektion durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe ist sie etwas länger. Die grippeähnlichen Symptome setzen meist plötzlich ein und sind zu Beginn unspezifisch. Gelegentlich verläuft die Erkrankung auch inapparent. Zu den wichtigsten Symptomen zählen:

Allgemeinsymptome

Neurologische Symptome

Gastrointestinale Symptome

Ophthalmologische Symptome

Hämorrhagischer Verlauf

Bei einem wechselnden Teil der Erkrankten kommt es zu einer hämorrhagischen Verlaufsform. Sie beginnt ab dem 3. Krankheitstag mit Petechien im Gesicht und auf der Mund- und Rachenschleimhaut. Ab dem 4. und 5. Krankheitstag treten schwere Hämorrhagien mit ausgedehnten Ekchymosen, Epistaxis, Darmblutungen, Hämatemesis und Hämaturie auf.

Die Blutungen können zu einem Multiorganversagen (Leber, Niere, Lunge) und schließlich zum Tod führen. Die Letalität ist abhängig vom Serotyp des Virus und beträgt bis zu 30 Prozent.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch direkten oder indirekten Virusnachweis in speziell dafür ausgerichteten Laboreinrichtungen. Spezifische IgG- und IgM-Antikörper gegen das Virus lassen sich mittels ELISA oder EIA ab dem 6. Krankheitstag nachweisen. Für den direkten Virusnachweis steht die PCR zur Verfügung.

Therapie

Die Therapie ist primär symptomatisch und auf die Sicherung der Vitalfunktionen ausgerichtet. Sie erfolgt wegen der Ansteckungsgefahr auf einer Quarantänestation. In einigen Fällen wurden erfolgreich Virustatika (z.B. Ribavirin) eingesetzt. Der erfolgreiche Einsatz von Immunseren ist bislang nicht eindeutig belegt.

Prophylaxe

An einer Impfung wird geforscht, bislang ist jedoch keine sichere Schutzimpfung gegen das Krim-Kongo-Fieber (2020) verfügbar. In Osteuropa wird eine inaktivierte Vakzine aus Mäusegehirnen in kleinem Umfang angewendet. Bei einem Aufenthalt in Endemiegebieten empfiehlt sich die Verwendung von Repellents (z.B. DEET) und das Tragen geschlossener, heller Kleidung. Nach Aufenthalten im Freien insbesondere in der Nachbarschaft von Tieren sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden und diese ggf. sofort entfernt werden (Zeckenentfernung).

Meldepflicht

Weblinks