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Immunserum

1 Definition

Unter einem Immunserum ist eine Aufreinigung spezifischer, aus dem Blutserum immunisierter Menschen bzw. Säugetiere gewonnener Antikörper zu verstehen. Dabei existiert folgende begriffliche Unterscheidung:

2 Differenzierung

3 Synthese

3.1 Heterogenes Immunserum

Bestimmte Tiere (v. a. Pferde und Kaninchen) werden mir einem spezifischen Antigen geimpft. Dabei handelt es sich bei dem Antigen um ein Makromolekül, dass vom Organismus als fremd erkannt und bekämpft wird. Diese Eliminationsreaktion beginnt zunächst mit der Erhöhung der Dichte an speziell gegen das Antigen gerichteter Antikörper. Um die Konzentration dieser für das spätere Immunserum benötigten Antikörper zu erhöhen, wird das Tier mehrfach hintereinander mit dem entsprechenden Antigen geimpft. Dieser Vorgang nennt sich Immunisierung. Dabei wird so bedacht vorgegangen, dass der Organismus zwar die Synthese der Antikörper hochreguliert, das Tier aber nicht daran erkrankt. Im Anschluss wird dem Tier Blut entnommen und aus dem Serum werden die benötigten Antikörper mittels einer Reihe von chemischen Verfahren aufgereinigt und isoliert. Das Verfahren zur Herstellung eines Impfserums ähnelt dabei der Synthese von Antiseren, nur das bei letzteren die Immunisierung mit wesentlich kleineren Dosen begonnen wird, um eine Vergiftung zu vermeiden. Anschließend werden die gereinigten Immunseren zum klinischen Gebrauch bereitgehalten.

3.2 Homogenes Immunserum

Die Herstellung erfolgt hier im Wesentlichen genauso wie beim heterogenen Serum, nur dass hier dem Menschen selber in langsam steigender Konzentration Antigene verabreicht werden, an die sich das Immunsystem langsam gewöhnen kann. Beispiel: Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen.

4 Diagnostik und Grundlagenforschung

Folgende Verfahren bedienen sich der Anwesenheit von Immunseren:

5 Passive Impfung

  • direkte Injektion von Antikörpern in den menschlichen Blutkreislauf
  • Organismus braucht Antikörper nicht mehr selber herzustellen
  • nach einigen Wochen sind die Antikörper wieder verbraucht und der Schutz ist nicht mehr gegeben, da der Körper in diesem Fall kein Immungedächtnis aufbauen kann
  • eignet sich besonders als Notfallmaßnahme in Form einer Postexpositionsprophylaxe (z. B. nach Kontakt mit HIV-infiziertem Blut oder Tollwut)

Fachgebiete: Immunologie

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