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Trichostrongylus axei

Synonym: Kleiner Magenwurm

1 Definition

Trichostrongylus axei ist ein Nematode (Rundwurm) aus der Familie Trichostrongylidae. Der Wurm ist ein häufiger Parasit bei Wiederkäuern und Equiden.

2 Taxonomie

3 Erreger

Trichostrongylus axei ist ein haardünner, rötlich-braun gefärbter Nematode, der sich am Vorderende verjüngt. An seiner Mundöffnung sind drei kleine charakteristische Lippen ausgebildet.

Die Männchen sind zwischen 3 und 5 mm lang und zeigen gesonderte anteroventrale Bursarippen. Die Spicula sind ungleich lang (85 bis 104 bzw. 110 bis 128 µm), spitz zulaufend und mit einem kleinen, medianen Fortsatz ausgestattet. Das Gubernakulum ist spindelförmig. Die Weibchen sind mit einer Länge von 4 und 6 mm etwas größer als die Männchen.

Trichostrongylus axei parasitiert im Labmagen von Schafen, Rindern und Ziegen sowie im Magen von Equiden.

4 Entwicklung

Trichostrongylus axei zeigt die gleiche Entwicklung wie die anderen Trichostrongylus-Arten. Es kann zwischen einer externen und internen Phase unterschieden werden.

Die externe Phase beginnt mit der Ausscheidung der Eier mit dem Kot des Wirtes. In der Umwelt entwickeln sich die ausgeschiedenen Parasiten zur frei lebenden, infektiösen Drittlarven (L3) weiter. Diese müssen obligat von einem neuen Wirt oral aufgenommen werden, um die weiteren Entwicklungsschritte durchlaufen zu können. Werden die noch bescheideten Larven von Wiederkäuern oder Pferden beim Grasen gefressen, können sie ihre interne Entwicklungsphase vollziehen. Durch bestimmte Signale aus dem Labmagen bzw. Magen der Wirte werden die Larven zur Ausscheidung von Enzymen angeregt. Durch kräftige Bewegungen, und unter Mithilfe der lytischen Enzyme, gelingt es den Larven aus ihrer Hülle (Scheide) zu schlüpfen, um sich dann im Zielorgan anzusiedeln. Dazu dringen die pathogenen Drittlarven in die Drüsen ein, um sich in der Mukusschicht der Mukosaoberfläche zu häuten. Die adulten Viertlarven (L4) erlangen ihre Geschlechtsreife, worauf sich der Lebenszyklus der Nematoden wieder schließt.

5 Verbreitung

In Mitteleuropa spielt Trichostrongylus axei eine wichtige Rolle bei Rindern.

6 Pathogenese

Während sich die Larven in Tunneln der Lamina propria mucosae entwickeln, treten kleine, klar abgrenzbare Zellschäden in der Magenschleimhaut auf. Es kommt zu einer geringgradigen Ansammlung von eosinophilen und neutrophilen Granulozyten sowie Makrophagen im oberflächlichen Stroma der gesamten Magenoberfläche. Diese Veränderungen können makroskopisch anhand unregelmäßiger, hyperämischer Bezirke (akut) sowie runder, weißlicher Erhebungen (Plaques, chronisch) erkannt werden.

Aus den veränderten Arealen entwickeln sich in der Patenz flache Ulzerationen. Die adulten Würmer liegen dabei nur mit ihrem vorderen Ende zwischen den Epithelzellen und der Basalmembran. Mit ihrem hinteren Abschnitt ragen sie frei ins Lumen der Krypten oder Drüsen. Es kommt es zu umfangreichen Zellnekrosen, mukoider Metaplasie sowie zum Verlust von Haupt- und Belegzellen. Zugrunde gegangene Zellen werden nur durch wenig differenzierte Vorläuferzellen ersetzt, sodass die Hauptzellen ihre charakteristische parallele Anordnung verlieren.

Im Labmagen kommt es zu einem Anstieg des pH-Wertes und die Konzentrationen von Na+ und Pepsin steigen an, während gleichzeitig K+, Cl- und Trockensubstanzgehalt abnehmen. Es kommt zu einer Verlangsamung der Darmpassage, einem Absinken des Albumingehaltes im Blut und zu einem Anstieg des Pepsinogengehaltes. Die Tiere leiden an Diarrhö und einer deutlich verminderten Futterverwertung.

7 Klinik

Ein Befall mit Trichostrongylus axei führt beim Rind zu wässrigem Durchfall, verminderter Futteraufnahme und fortschreitender Abmagerung. Da die Erkrankung meist im Herbst auftritt, ist sie oftmals schwer von einer gleichzeitig bestehenden Ostertagiose zu unterscheiden.

Beim Schaf treten Infektionen ebenso gehäuft im Herbst auf. Die Erkrankung verläuft meist chronisch und geht mit reduzierter Futteraufnahme, verlangsamtem Wachstum, schlechtem Wollzuwachs und gelegentlichem Durchfall einher. Im Blutbefund können oftmals Hypalbuminämie und Hypophosphatämie beobachtet werden. In den meisten Fällen bleiben die Erscheinungen subklinisch.

8 Diagnose

Die Diagnosestellung einer Trichostrongylose sollte anhand klinischer Symptome, epidemiologischer Daten und Laborwerten erfolgen. Der Nachweis von Trichostrongylus-Eiern im Kot mittels Flotationsverfahren diagnostiziert zwar eine Infektion, doch korrelieren die Eizahlen pro Gramm Kot nur selten mit der Stärke des Befalls oder mit dem klinischen Bild.

9 Therapie

Eine Therapie sollte dann in Betracht gezogen werden, wenn die klinischen Symptome Überhand nehmen und mangelnde Bekämpfungsmaßnahmen (strategisches Entwurmen, Weidemanagement, usw.) nicht zielführend sind. Eine anthelmintische Behandlung kann mit folgenden Arzneistoffen durchgeführt werden:

10 Literatur

  • Schnieder, Thomas (Herausgeber), Boch, Josef, Supperer, Rudolf (Begründer). Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2005.
  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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