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Lungenultraschall

Synonyme: Lungensonografie, Pleurasonografie
Englisch: lung ultrasonography (LUS)

1 Definition

Als Lungenultraschall wird die sonografische Untersuchung der Lungen, der Pleura und der Thoraxwand zusammengefasst.

2 Anwendung

Der Lungenultraschall kommt bei Erkrankungen im Thoraxbereich, insbesondere in Notfallsituationen in Frage. Zu den häufigsten Indikationen zählt der Pleuraerguss sowie der Pneumothorax.

3 Durchführung

Für oberflächennahe Strukturen (Rippen, Pleura) eignet sich ein Linearschallkopf mit hoher Frequenz. In einigen Fällen werden jedoch Konvexschallköpfe verwendet, insbesondere zur Darstellung der Pleurahöhle.

Je nach klinischer Fragestellung unterscheidet sich die Anlotung. Zur Untersuchung der Lunge wird der Schallkopf interkostal aufgesetzt. Patienten in der Notfallsituation werden i.d.R. in Rückenlage untersucht (FAST-Sonografie). Bei einem Pneumothorax wandert die Luft entgegen der Schwerkraft, Flüssigkeitsansammlungen finden sich eher kaudal.

Neben den üblichen Dokumentationsmethoden bietet sich der M-Mode an. Dabei wird entlang einer Zeitachse die Bewegung einer Bildzeile aufgetragen.

4 Normalbefund

Von schallkopfnah nach schallkopffern erkennt man die Thoraxwand mit Subkutis, Muskulatur und Rippen. Letztere zeigen eine dorsale Schallauslöschung im verknöcherten Bereich. Die Pleura erscheint als echoreiche Linie, die sich atemabhängig bewegt ("Lungengleiten").

Thoraxwand und Pleura spiegeln sich in den vermeintlichen Lungenraum hinein. Dabei entstehen horizontale Reverberationen (A-Linien). Echoreiche, atemsynchrone, vertikale Kometenschweifartefakte werden als B-Linien bezeichnet. Sie gehen von der Pleura parietalis aus und überlagern das Lungenparenchym. Physiologisch weist die Lunge maximal 2 B-Linien auf.

Physiologischerweise lässt sich die Lunge jenseits der Pleuralinie sonografisch nicht darstellen (Totalreflexion). Pathologien, die bis an die Pleura visceralis heranreichen, sind hingegen detektierbar.

Im M-Mode sieht man normalerweise das seashore sign: Da sich Haut, subkostales Fettgewebe, Muskulatur und Pleura parietalis nicht bewegen, sind sie im M-Mode als parallel verlaufende Linien erkennbar. Die Pleura visceralis und die Lunge bewegen sich minimal und sind daher als "Rauschen" erkennbar. Dadurch entsteht das Bild von auf den Strand zulaufenden Wellen.

5 Pathologien

Der Lungenultraschall wird insbesondere zur Abklärung einer Dyspnoe, aber auch bei Thoraxschmerzen durchgeführt.

Zu den wichtigen sonografisch detektierbaren Erkrankungen zählen:

Erkrankung   Charakteristika
Pleuraerguss
Kompressionsatelektase
Obstruktionsatelektase
Pleuraschwarte,
-schwiele
Rippenfraktur
Pleuritis
  • atemabhängige Thoraxschmerzen
  • aufgerauter oder unterbrochener Pleurareflex
  • kleinere subpleurale Konsolidierungen
  • ggf. begleitender Pleuraerguss
Pleuramesotheliom
  • plattenartige Pleuraverdickungen
  • Infiltration von Thoraxwand und Zwerchfell
  • begleitender echoreicher Pleuraerguss
Pleurametastasen
  • meist knotig und unregelmäßig begrenzte Pleurastrukturen
  • begleitender Pleuraerguss
Pneumonie
  • kann sonografisch nicht ausgeschlossen werden
  • Hepatisation der Lunge
  • unscharfe Begrenzung zum belüfteten Lungenparenchym
  • Aerobronchogramm
  • parapneumonischer Pleuraerguss
  • verstärkte Flussphänomene, triphasisches Flussprofil
  • vermehrte B-Linien
Lungenabszess,
-empyem
  • nicht-echofreier Pleuraerguss
  • komplexe Transformation des Lungenparenchyms
  • scharfe Begrenzung zum belüfteten Parenchym
  • keine Flussphänomene
  • Ultraschall-gesteuerte Punktion indiziert
Lungenarterienembolie
  • keilförmige Herde, zum Hilus hin oft abgerundet
  • meist dorsobasal
  • ggf. schmaler Pleuraerguss
Pneumothorax
pulmonalvenöse Stauung

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