FAST-Sonographie
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LoslegenSynonym: FAST-Untersuchung
Englisch: focused assessment with sonography for trauma, FAST
Definition
Die FAST-Sonographie ist ein Standardvorgehen bei der klinischen Erstuntersuchung von Traumapatienten. Die Ultraschalluntersuchung konzentriert sich dabei auf vier Regionen, in denen sich nach einem Unfallereignis freie Flüssigkeit sammeln kann. Sie ist bis zum Beweis des Gegenteils als Blutung zu werten.
FAST ist ein Akronym für Focused Assessment with Sonography for Trauma. Die heute in der Schockraumdiagnostik empfohlene und modernere Variante ist die eFAST (extended FAST), die um eine gezielte Pleurabeurteilung auf Pneumothorax erweitert ist.[1]
Hintergrund
Die FAST-Methode dient dem schnellen Nachweis einer abdominellen Hämorrhagie, eines Hämatothorax oder einer Perikardtamponade. Sie findet regelmäßig Anwendung bei der Initialuntersuchung von Polytrauma-Patienten im Schockraum und ist in der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung als fester Bestandteil der Schockraumdiagnostik verankert.[2]
Technik
Die vier klassischen Regionen der FAST-Sonographie werden wie folgt erfasst:
Subxiphoidaler Oberbauchquerschnitt
Oberbauchquerschnitt (subxiphoidal), nach kranial Richtung Herz gekippt (4-Kammer-Blick): Zur Beurteilung des Perikards zum Ausschluss eines Perikardergusses bei möglicher Herzbeuteltamponade.
Rechtsseitiger Flankenschnitt
Flankenschnitt mit perihepatischer Schnittebene: Suche nach Flüssigkeit im Recessus hepatorenalis (Morison-Pouch) und ggf. im rechten Pleuraspalt.
Linksseitiger Flankenschnitt
Flankenschnitt mit perisplenischer Schnittebene: Suche nach Flüssigkeit im Koller-Pouch und ggf. im linken Pleuraspalt.
Suprapubischer Längs- und Querschnitt
Suprapubischer Längs- oder Querschnitt: Beurteilung des kleinen Beckens, v.a. der Excavatio rectouterina (Douglas-Raum) bzw. der Excavatio rectovesicalis (Proust-Raum).
Klinische Bedeutung
Die FAST-Sonographie ist vor allem bei hämodynamisch instabilen Traumapatienten das diagnostische Verfahren der Wahl. Sie ist schnell, bettseitig durchführbar, nicht invasiv und löst keine Strahlenbelastung aus. Ein positiver FAST-Befund bei instabilem Patienten ist eine Indikation zur sofortigen Laparotomie bzw. operativen Versorgung, ohne dass eine vorherige Computertomographie abgewartet werden muss.[1]
Limitationen
- Geringe Mengen freier Flüssigkeit (< ca. 200 ml) werden häufig nicht erkannt.
- Hohlorganverletzungen sowie Verletzungen retroperitonealer Strukturen werden nur eingeschränkt erfasst.
- Eingeschränkte Beurteilbarkeit bei Adipositas und subkutanem Emphysem
- Untersucherabhängigkeit
Bei hämodynamisch stabilen Patienten gilt die kontrastverstärkte Computertomographie weiterhin als Goldstandard zur Detektion und Quantifizierung von Organverletzungen.
Video
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Savoia P, Jayanthi SK, Chammas MC. Focused Assessment with Sonography for Trauma (FAST). J Med Ultrasound. 2023;31(2):101-106.
- ↑ AWMF. S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. AWMF-Registernummer 187-023. Version 4.0, 2022. Verfügbar unter: S3-Leitlinie Polytrauma.