Traumapatient
Definition
Ein Traumapatient ist eine Person, die durch ein plötzliches äußeres Ereignis eine oder mehrere Verletzungen erlitten hat. Traumata gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität, insbesondere bei jüngeren Menschen.
Ursachen
Traumata entstehen überwiegend infolge mechanischer Gewalteinwirkung. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Verkehrsunfälle (PKW, Motorrad, Fahrrad, Fußgänger)
- Stürze aus geringer oder großer Höhe
- Arbeits- und Sportunfälle
- Gewaltverbrechen
- Explosionen und Verbrennungen
Pathophysiologie
Die Traumafolgen lassen sich in primäre und sekundäre Schäden unterteilen. Primäre Schäden entstehen unmittelbar durch das Unfallereignis selbst. Sekundäre Schäden entwickeln sich zeitverzögert und werden unter anderem durch Hypoxie, Hypotonie, Entzündungsreaktionen und Gerinnungsstörungen beeinflusst.
Systemische Folgen können sein:
- Hämorrhagischer oder distributiver Schock
- Trauma-induzierte Koagulopathie
- Systemische inflammatorische Antwort
- Multiorganfunktionsstörungen bis zum Multiorganversagen
Management
Bagatelltraumata werden meist ambulant behandelt. Bei schwerverletzten Traumapatienten ist hingegen eine notfall- bzw. intensivmedizinische Versorgung notwendig. Ihre präklinische Versorgung zielt auf die frühzeitige Erkennung lebensbedrohlicher Zustände und deren initiale Behandlung ab. Sie umfasst:
- Ersteinschätzung nach strukturierten Algorithmen (unter anderem anhand des xABCDE-Schemas)
- Atemwegssicherung und Sauerstoffgabe
- Blutstillung
- Immobilisation bei Verdacht auf Wirbelsäulen- oder Extremitätenverletzungen
- Point-of-care-Ultraschall (FAST/eFAST)
- Auswahl eines geeigneten Zielkrankenhauses, bevorzugt eines zertifizierten Traumazentrums
Ein schneller Transport ist dabei entscheidend für die Prognose.
Im klinischen Setting schließen sich differenziertere Untersuchungen, wie Bildgebung (z.B. CT) und Labor, sowie die chirurgische Versorgung an.
Rehabilitation
Ein wichtiger Teil der Versorgung von Traumapatienten ist die Rehabilitation. Ihr Ziel ist die Wiedereingliederung in Alltag und Beruf. Neben der Bewältigung körperlicher Einschränkungen müssen auch psychische Folgen des Traumas verarbeitet werden, insbesondere posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).
Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung werden Traumapatienten in speziellen Registern erfasst, unter anderem im TraumaRegister DGU. Diese Daten dienen der Versorgungsforschung, der Weiterentwicklung von Leitlinien und der Verbesserung klinischer Abläufe.