Sportunfall
Definition
Ein Sportunfall ist ein Unfallereignis in Zusammenhang mit sportlicher Betätigung. Er umfasst akute traumatische Verletzungen während Training, Wettkampf oder freizeitlicher Sportausübung.
Epidemiologie
In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 6,8 Mio. Sportverletzungen.[1] Die Ereignisse betreffen alle Altersgruppen. Ein hoher Anteil entfällt auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Besonders hohe Inzidenzen finden sich in Ball-, Winter- und Kontaktsportarten. Männer sind in vielen Disziplinen häufiger betroffen als Frauen. Saisonale Häufungen bestehen abhängig von Sportart und klimatischen Bedingungen.
Unfallmechanismen
Sportliche Aktivität ist mit einer hohen biomechanischen Belastung verbunden. Mögliche Unfallmechanismen sind direkte Krafteinwirkung, Sturzereignisse, Rotationsbewegungen und abrupte Richtungswechsel.
Externe Faktoren beeinflussen die Wahrscheinlichkeit von Sportverletzungen erheblich: Sie umfassen Spielfeldbeschaffenheit, Witterung, Sportgeräte und Schutzausrüstung. Hinzu treten individuelle Einflussgrößen wie Trainingszustand, muskuläre Dysbalancen, Vorerkrankungen und Koordinationsfähigkeit.
Kontaktverletzungen entstehen durch Zusammenstoß mit Mitspielern oder Sportgeräten. Nicht-Kontakt-Verletzungen resultieren aus plötzlicher Belastung ohne äußere Einwirkung. Typische Mechanismen sind Valgusstress des Kniegelenks, Supinationstrauma des oberen Sprunggelenks und axiale Stauchung der Wirbelsäule.
Häufige Verletzungen sind z.B.:
- Distorsionen
- Kontusionen
- Frakturen
- Luxationen
- Bandverletzungen (insbesondere im oberen Sprunggelenk und Kniegelenk)
- Muskel- und Sehnenverletzungen
- Kopfverletzungen (z.B. Commotio cerebri, selten auch intrakranielle Blutungen)
- Zahn- und Gesichtsverletzungen
Therapie
Die Therapie richtet sich nach Art und Ausmaß der Verletzung. Die Sofortmaßnahmen lassen sich zum Beispiel nach dem PECH-Schema stukturieren.
Versicherungsrecht
Im organisierten Vereinssport besteht in der Regel gesetzlicher oder vereinsinterner Unfallversicherungsschutz. Im Schulsport greift die gesetzliche Unfallversicherung. Bei betrieblich organisiertem Sport kann eine Anerkennung als Arbeitsunfall erfolgen. Im privaten Freizeitsport erfolgt die Absicherung über private Unfallversicherungen.
Literatur
- T. Helfen et. al., Sportverletzungen, Notfall+Rettungsmedizin 2022
- S+K-Verlag, Sportverletzungen und der Rettungsdienst, Rettungsdienst
Quellen
- ↑ Möller, H et al: Sportverletzungen in Deutschland - Ergebnisse einer deutschlandweiten Umfrage zum Sportunfallgeschehen, DOI: 10.13140/RG.2.2.36185.90725