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Pleuramesotheliom

Englisch: pleural mesothelioma

1 Definition

Das Pleuramesotheliom ist eine maligne Neoplasie (Mesotheliom) der Pleura.

2 Ätiologie

Das Pleuramesotheliom ist in über 90 % der Fälle mit einer Asbestexposition assoziiert. Es ist daher eine anerkannte Berufskrankheit. Zwischen der Einatmung asbesthaltiger Stäube und der Manifestation eines Pleuramesothelioms können Jahrzehnte vergehen. Eine Asbestose der Lunge muss nicht zwangsläufig vorangehen.

3 Klinik

Das Wachstum des Pleuramesothelioms ist langsam, jedoch ausgesprochen destruktiv. Es infiltriert die lokale Umgebung und greift daher auf Lunge, Brustwand und andere jeweils benachbarte Organe über. Fernmetastasen sind eher untypisch, treten meistens erst in späten Phasen auf und betreffen vor allem Knochen, Leber und Niere.

Die Symptomatik ist auf Verwachsungen des Tumors in seiner Umgebung und Einschränkung der Lungenfunktion zurückzuführen und umfasst:

3.1 Diagnostik

Die körperliche Untersuchung offenbart ein abgeschwächtes Atemgeräusch und Klopfschalldämpfung an der betroffenen Lungenpartie.

Apparative und invasive Diagnostik sind zur Sicherung der Diagnose notwendig.

Im Röntgen-Thorax zeigt sich eine Verdickung der Pleura, häufig auch ein Pleuraerguss bzw. Veränderungen im Sinne einer Pleuraschwarte. Eine Computertomographie des Thorax kann den Verdacht erhärten. Der Befund ist differenzierter als bei der Röntgenaufnahme. Zusätzlich finden sich häufig Veränderungen im Sinne einer Asbestexposition (Asbestose, Plaques).

Eine definitive Diagnose ist nur durch direkte Sicht und Gewinnung einer Probeexzision mit anschliessender pathologischer Begutachtung zu stellen. Dazu kann eine Thorakoskopie oder eine kleine Thorakotomie erfolgen.

Die anschließende Immunhistochemie dient vor allem dazu, ein Pleuramesotheliom von einem metastasierten Adenokarzinom zu unterscheiden. Man verwendet hierbei verschiedene Antikörper, die bei Pleuramesotheliomen negativ, bei Adenokarzinomen aber positiv reagieren. Der älteste bekannte Marker ist der Anti-CEA-Antikörper. Der Leu-M1-Antikörper zeigt fast ausschließlich beim Pleuramesotheliom keine Reaktion. (Weitere Antikörper: B72.3 oder Ber-EP4.)

Für ein Pleuramesotheliom ist auch charakteristisch, dass die Marker Zytokeratin und Vimentin beide positiv sind.

Die Pleura besteht aus den Serosadeckzellen und der bindegewebigen Endopleura. Pleuramesotheliome können sich daher sowohl epitheloid als auch mesenchymal oder auch in beide Richtungen differenzieren. Man unterscheidet deshalb die histologischen Subtypen epitheloid, sarkomatoid und biphasisch. Etwa 30 % der Tumoren sind biphasisch, etwa 10-15 % sarkomatoid. Am häufigsten tritt der epitheloide Typ auf (50-60 % der Mesotheliome), er hat die beste Prognose.

4 Therapie und Prognose

Die Prognose des Pleuramesothelioms ist schlecht. Eine Mono- bzw. Polychemotherapie oder eine Radiatio sind meist nicht erfolgsversprechend. Bessere Ergebnisse kann in Einzelfällen die intrakavitäre, regionäre Chemotherapie, z.B. mit Cisplatin, bringen. Chirurgische Interventionen sind nur in Ausnahmefällen mit günstigen Operationsoptionen erfolgreich. In der Regel versterben betroffene Patienten innerhalb von 18 Monaten.

Die Therapie sollte daher unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Palliativmedizin erfolgen. Schmerzen sollten konsequent therapiert werden, Komplikationen des Tumorwachstums symptomatisch behandelt werden.

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Fachgebiete: Pneumologie

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