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AstraZeneca

Synonyme: AstraZeneca GmbH, AstraZeneca PLC

1 Definition

AstraZeneca ist ein britisch-schwedischer Pharmakonzern mit Hauptsitz in Cambridge, England. Er ging 1999 aus der Fusion des schwedischen Konzerns Astra AB mit dem britischen Unternehmen Zeneca Group PLC hervor. Der Jahresumsatz belief sich 2017 auf 22,5 Milliarden US-Dollar.

2 Unternehmensgeschichte

Da AstraZeneca erst 1999 durch eine Fusion entstand, wird bis 1999 die Geschichte beider Unternehmen getrennt voneinander behandelt.

2.1 Astra AB

Astra AB ist der schwedische Teil von AstraZeneca. Es wurde 1913 gegründet, nachdem das schwedische Arzneimittelrecht einige Änderungen erfuhr.[1] Unter anderem wurde die Arzneimittelherstellung, die bisher nur Apothekern vorbehalten war, auch Unternehmen zugänglich gemacht. Vor 1913 existierte also quasi keine Pharmaindustrie in Schweden.[1]

Mehr als 400 Personen, viele von ihnen Apotheker und Ärzte, gründeten mit Astra AB eines der ersten Unternehmen der schwedischen Pharmaindustrie.[2] Unter den Gründern waren viele namhafte Wissenschaftler, wie zum Beispiel der zukünftige Nobelpreisträger Prof. Hans von Euler[3] Anfangs profitierte das Unternehmen vor allem von den Handelsrestriktionen und der Zerstörung von Industrieanlagen im Rahmen des ersten Weltkrieges.

Weiterhin bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des noch jungen Unternehmens hatte dann Borje Gabrielsson, CEO von 1927 bis 1957.[2] Insbesondere das Herzglykosid Digitotal und das Nahrungsergänzungsmittel Glukofos waren maßgeblich für den weiteren Erfolg verantwortlich.

1948 führte Astra AB Penicillin und Anästhetika in den schwedischen Markt ein. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten diese Medikamente von der europäischen Konkurrenz importiert werden. In den 1980er Jahren forschte Astra AB intensiv an selektiven Serotonin-Reuptake-Hemmern, brach die Forschung aber ab, als sich zu viele Nebenwirkungen zeigten. Da die Forschung in den folgenden Jahren immer kostenintensiver wurde, begann Astra AB sich nach Partnern umzusehen, was 1999 in der Fusion mit Zeneca Group PLC endete.[2]

2.2 Zeneca Group PLC

Die Zeneca Group PLC ging aus der Auflösung des Konzerns Imperial Chemicals Industries (ICI), hervor. ICI wurde 1926 gegründet, als sich vier große britische Chemieunternehmen zusammenschlossen, um mit der deutschen Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG (I.G. Farben) und dem amerikanischen Chemieunternehmen Du Pont zu konkurrieren.

Nachdem I.G. Farben nach dem zweiten Weltkrieg von den Alliierten in BASF, Höchst und Bayer gespalten wurde und die deutschen Industrieanlagen in Trümmern lagen, konkurrierte ICI vorerst nur noch mit Du Pont. Zwischen den beiden Konzernen wurde eine Vereinbarung getroffen, sodass jeder seine eigenen Märkte möglichst konkurrenzlos bedienen konnte. Mit dem Niedergang des britischen Weltreichs und dem gleichzeitigen Wiedererstarken der deutschen Konzerne sank der Marktanteil von ICI kontinuierlich, sodass die Vereinbarung schließlich gebrochen wurde.

In den 1970er und 1980er Jahren folgte ein starkes Wachstum, begleitet von vielen Übernahmen, die das Produktportfolio von ICI weiter vergrößerten. Während die pharmazeutische Abteilung 1950 nur einen kleinen Teil des Umsatzes ausmachte, stieg dieser bis in die 1980er Jahre beträchtlich und wurde so zur profitabelsten Sparte des Konzerns. Da sich die Marktsituation durch die beginnende Globalisierung und die immer stärker werdende Konkurrenz stark gewandelt hatte, wurde beschlossen eine Neustrukturierung vorzunehmen. 1993 wurde die pharmazeutische und agrarwissenschaftliche Sparte der neuen und unabhängigen Firma Zeneca übertragen.

2.3 Fusion

1999 kam es zur Fusion zwischen Astra AB und Zeneca zu AstraZeneca. In den folgenden Jahren folgten weitere Kooperationen, unter anderem mit Astex Therapeutics, Argenta Discovery Ltd und Vernalis.

2005 erfolgte der Einstieg in die Biotechnologie durch Übernahme von KuDOS Pharmaceuticals, Cambridge Antibody Technology, Arrow Therapeutics und MedImmune, bevor 2007 die Kooperation mit Bristol-Myers Squibb startete. Ziel der Kooperation war es, neue Therapiemöglichkeiten für Diabetes mellitus zu entdecken. Bereits sechs Jahre später, konnten fünf neue Produkte vorgestellt werden.

Durch Zukäufe der "Atemwegssparten" von Almirall (2014) und Takeda (2016) wurde die Produktvielfalt stark vergrößert.

3 Produkte

Nachfolgend, in alphabetischer Reihenfolge, eine Übersicht über die Produkte von AstraZeneca (Stand 2019):[4]

4 Quellen

  1. 1,0 1,1 U.S. Department of Commerce, Bureau of Foreign Commerce World Trade Information Service, Teil 2, 1956, abgerufen am 06.12.2019
  2. 2,0 2,1 2,2 Blake H. A history of AstraZeneca, abgerufen am 06.12.2019
  3. International Directory of Company Histories: A.B. Astra, abgerufen am 06.12.19
  4. Produkte-Übersicht, abgerufen am 06.12.19

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Dezember 2019 um 13:51 Uhr bearbeitet.

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