Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

AZD1222

(Weitergeleitet von Vaxzevria)

Handelsnamen: Vaxzevria®, COVID-19 Vaccine AstraZeneca
Synonym: ChAdOx1 nCoV-19

1 Definition

AZD1222 ist ein rekombinanter Impfstoff gegen COVID-19.

2 Wirkmechanismus

AZD1222 ist ein monovalenter Impfstoff, der das Schimpansen-Adenovirus ChAdOx1 als Vektor verwendet. Das Virus wurde genetisch so verändert, dass es sich beim Menschen nicht mehr replizieren kann und den Bauplan für das Spikeprotein von SARS-CoV-2 enthält.

Nach Infektion der Wirtszelle entlässt das Virus seine veränderte DNA. Sie wird von der Zelle in mRNA transkribiert und zur ribosomalen Produktion des Spikeproteins genutzt (Translation). Das Spikeprotein wird schließlich auf der Membranoberfläche der Zelle exprimiert. Dort erkennen es die Immunzellen des Geimpften und regen die Produktion neutralisierender Antikörper und die zelluläre Immunantwort gegen das Spikeprotein an.

3 Indikation

Die STIKO empfiehlt eine Impfung bei Personen ab 60 Jahren. Für Jüngere ist die Impfung mit dem Präparat jedoch nach ärztlicher Aufklärung möglich.

4 Darreichungsform

5 Dosierung

Der Impfstoff wird in zwei Dosen je 0,5 ml in einem Abstand von 4 bis 12 Wochen verabreicht.

6 Anwendungshinweise

AZD1222 ist für die intramuskuläre Injektion vorgesehen, vorzugsweise in den Musculus deltoideus. Der Impfstoff darf nicht intravenös, subkutan oder intradermal injiziert werden.

Nach der Injektion wird eine Überwachung des Impflings über 15 Minuten empfohlen. Falls bei der ersten Injektion Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind, darf keine 2. Dosis verabreicht werden.

7 Nebenwirkungen

Häufige (≥ 1/100 bis ≤ /10) und sehr häufige (≥ 1/10) Nebenwirkungen sind:

Gelegentlich (≥ 1/1000 bis ≤ /100) kann es zu Lymphadenopathie, Inappetenz, Hyperhidrose, Pruritus und Exanthemen kommen.

Sehr selten (≤ 1/10.000) wurden nach der Impfung über Anaphylaxie, Thrombosen, Sinusvenenthrombosen oder transverse Myelitis berichtet. Da bei betroffenen Patienten eine Bildung von Autoantikörpern gegen Thrombozyten nachgewiesen werden konnte, vermutet man (Stand 08/2021) als zugrundeliegenden Pathomechanismus für die thrombotischen Ereignisse eine immunvermittelte Antikörperbildung mit konsekutiver Thrombozytenaktivierung (siehe auch: Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom).

In den Zulassungsstudien lag die Zahl der schweren Nebenwirkungen auf bzw. unter Placebo-Niveau.

8 Kontraindikationen

AZD1222 darf nicht angewendet werden bei:

Bei Patienten mit schweren akuten Infektionen sollte die Impfung verschoben werden. Leichtere Infektionen stellen hingegen keine Gegenanzeige dar.

Zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen zur Zeit (3/2021) keine Daten vor.

9 Dauer der Immunität

Die Dauer der durch die Impfung induzierten Immunität ist zur Zeit (3/2021) unbekannt.

10 Zulassung

Der Impfstoff wurde per Notfallzulassung zuerst im Dezember 2020 in Großbritannien zugelassen. In der Europäischen Union wurde eine bedingte Zulassung Ende Januar 2021 erteilt. Er wurde vom Jenner Institute der University of Oxford zusammen mit der Oxford Vaccine Group und in Kooperation mit dem Pharmakonzern AstraZeneca entwickelt.

Fachgebiete: Pharmazie

Diese Seite wurde zuletzt am 9. August 2021 um 16:26 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

636 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: