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Aldosteronantagonist

Synonyme: Mineralkortikoid-Rezeptorantagonist, MRA, Aldosteronantagonist

1 Definition

Aldosteronantagonisten sind Wirkstoffe, die über eine Blockade an Aldosteronrezeptoren die Wirkung des Steroidhormons Aldosteron aus der Nebennierenrinde hemmen. Sie werden hauptsächlich als Diuretikum eingesetzt.

2 Wirkmechanismus

Aldosteronantagonisten binden von der Kapillarseite kompetitiv an Aldosteronrezeptoren im distalen Tubulus und Sammelrohr. Der Aldosteronrezeptor-Komplex bewirkt physiologisch eine erhöhte Synthese von Natrium- und Kaliumkanälen. Durch die Blockade der intrazellulären Aldosteronrezeptoren wird die Synthese reduziert und es kommt zur Hemmung der Natriumresorption und Kaliumsekretion.

Dem Wirkungsmechanismus über einen Steroidrezeptor entsprechend, tritt die Wirkung der Aldosteron-Antagonisten erst nach einigen Tagen ein. In der Niere steigern Aldosteronantagonisten die Natriumausscheidung und die Kalium-Retention.

3 Substanzen

Die ersten Substanzen der Gruppe waren Kaliumcanrenoat und Spironolacton. Kaliumcanreonat kann nur intravenös verabreicht werden. Das peroral applizierbare Spironolacton wird durch Verstoffwechselung in der Leber zur Wirkform Canrenoat überführt.

Eine Weiterentwicklung mit höherer Spezifität stellt Eplerenon dar.

4 Indikationen

Aldosteronantagonisten werden bei primärem (Conn-Syndrom) oder sekundärem Hyperaldosteronismus erfolgreich angewendet. Ferner kommen sie bei Herzinsuffizienz (Eplerenon) sowie bei therapierefraktären Ödemen kardialer, renaler oder hepatischer Genese (Spironolacton) zum Einsatz.

4.1 Herzinsuffizienz

Bei der Herzinsuffizienz kommen Aldosteronantagonisten ergänzend zum Schleifendiuretikum bei der Ausschwemmung von Ödemen zum Einsatz. Als Dauertherapie in niedriger Dosierung wirken Aldosteronantagonisten bei der Behandlung der Herzinsuffizienz lebensverlängernd.

Vorsichtig anzuwenden sind Aldosteronantagonisten in dieser Indikation zusammen mit ACE-Hemmern, welche als Nebenwirkung eine Hyperkaliämie verursachen können. Zusätzlich mit der Kaliumretention durch Aldosteronantagonisten können so bedrohliche Zustände entstehen.

4.2 Leberzirrhose

Bei der Ausschwemmung von Ödemen im Rahmen einer Leberzirrhose wirken die Aldosteronantagonisten dem krankheitsbedingten Hyperaldosteronismus entgegen. Durch den Leberfunktionsverlust wird Aldosteron bei der Leberzirrhose nur ungenügend eliminiert.

5 Nebenwirkungen

Pharmakodynamisch bedingte Nebenwirkungen sind eine Hyponatriämie, vor allem in Verbindung mit Schleifendiuretika und eine Hyperkaliämie, insbesondere bei Kombination mit ACE-Hemmern. Eine Kontrolle der Elektrolyte in regelmäßigen Abstand ist daher angezeigt.

Bei Spironolacton und Canrenoat treten zusätzlich Nebenwirkungen durch die geringe Spezifität für den Aldosteron-Rezeptor auf. Sie können durch Blockade von Androgen-Rezeptoren endokrine Nebenwirkungen verursachen. Diese Nebenwirkungen sind beim Eplerenon nicht zu erwarten:

Weitere Nebenwirkungen sind:

6 Kontraindikationen

7 Wechselwirkungen

Fachgebiete: Pharmakologie

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