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Cotrimoxazol

Handelsnamen: CotrimHEXAL® forte, Cotrimoxazol AL forte u.a.
Englisch: Trimethoprim/sulfamethoxazole (TMP/SMX), co-trimoxazole

1 Definition

Cotrimoxazol ist die Bezeichnung für das Kombinationspräparat aus den Antibiotika Trimethoprim und Sulfamethoxazol.

2 Wirkungsmechanismus & Eigenschaften

Sowohl das Sulfonamid-Antibiotikum Sulfamethoxazol, als auch das Diaminopyrimidin Trimethoprim, interferieren mit der Synthese von Tetrahydrofolsäure in Bakterienzellen.

Tetrahydrofolsäure ist ein essentielles Substrat für die Synthese von Purinen und Thymidin als Bausteine der DNA. In der Kombination Cotrimoxazol addieren sich die bakteriostatischen Effekte von Trimethoprim und Sulfamethoxazol. Die Kombination erhält dadurch bakterizide Wirkungen. Weiterhin ist durch die Kombination der beiden Wirkstoffe die Resistenzentwicklung von Bakterien nicht so stark ausgeprägt.

Sulfamethoxazol und Trimethoprim werden im Verhältnis 400/80mg oder 800/160mg kombiniert.

3 Wirkungsspektrum

Das Wirkungsspektrum von Cotrimoxazol ist, sofern keine Resistenzen vorliegen, sehr breit, sowohl im grampositiven, als auch im gramnegativen Bereich. Darüber hinaus wirkt Cotrimoxazol auch gegen Protozoen und einige Pilzarten (z.B. Pneumocystis jirovecii).

4 Pharmakokinetik

Beide Substanzen werden nach peroraler Aufnahme zuverlässig resorbiert und haben eine hohe Bioverfügbarkeit. Als Kombinationspartner ergänzen sich Trimethoprim und Sulfamethoxazol sehr gut, da beide eine vergleichbare Eliminationshalbwertszeit von 10-12 Stunden haben. Daher reicht eine zweimalig tägliche Gabe der Kombination aus.

Beide Wirkstoffe werden in unterschiedlichem Ausmaß in der Leber verstoffwechselt und nahezu vollständig als Metaboliten oder unverändert renal ausgeschieden. Eine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz ist daher erforderlich.

5 Indikationen

Cotrimoxazol ist ein vergleichsweise günstiges aber dennoch meistens gut wirksames Antibiotikum. Bei der Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie ist es das Mittel der ersten Wahl und wird auch zur Rezidivprophylaxe eingesetzt. Weitere Indikationen sind:

6 Nebenwirkungen

Neben unspezifischen gastrointestinalen Nebenwirkungen ist bei der Therapie mit Cotrimoxazol auf das Auftreten folgender Nebenwirkungen zu achten:

Bei längerer Therapie sollten daher Blutbildkontrollen erfolgen.

Durch die Verdrängung von Bilirubin aus seiner Plasmaproteinbindung besteht unter Cotrimoxazol bei Neugeborenen die Gefahr einer Hyperbilirubinämie mit Kernikterus.

7 Wechselwirkungen

Eine gemeinsame Anwendung von Cotrimoxazol und Methotrexat sollte unterbleiben, da die Wirkungsmechanismen beider Substanzen synergistisch sind und zu schwerwiegenden Panzytopenien führen können.

8 Schwangerschaft

Die Anwendung von Cotrimoxazol in der Schwangerschaft ist wegen einer möglichen Teratogenität zu unterlassen.

9 Quellen

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