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Stenotrophomonas maltophilia

Synonym: S. maltophilia

1 Definition

Stenotrophomonas maltophilia ist ein gramnegatives aerobes Bakterium aus dem Phylum Proteobacteria. Es ist ein wichtiges opportunistisches Pathogen, das schwere Infektionen auslösen kann und zahlreiche Antibiotikaresistenzen aufweist.

2 Verbreitung

Stenotrophomonas maltophilia ist ein weit verbreitetes Bakterium, das auch in nährstoffarmen Umgebungen überleben kann. Es kommt ubiquitär in einer Reihe verschiedener Habitate vor, auch in extremen Regionen wie der Antarktis. Es konnte auf und in verschiedenen Medizinprodukten gefunden, u.a. Kathetern, Endoskopen und sogar Desinfektionslösungen.

3 Virulenzfaktoren

Die Virulenzfaktoren von S. maltophilias sind derzeit (2018) noch nicht gut charakterisiert. Sicher ist jedoch, dass zu ihnen u.a. verschiedene extrazelluläre Proteasen, Lipasen und Siderophore gehören. Ein wesentlicher Grund für seine Virulenz ist zudem die Fähigkeit zur Biofilm-Bildung sowohl auf biotischen, als auch abiotischen Oberflächen. Zudem konnte ein Zwei-Komponenten-System identifiziert werden, das die Expression von Virulenzfaktoren und die Antibiotikaresistenzen kontrolliert sowie eine positive Korrelation zwischen Biofilmbildung und einigen AB-Resistenzen.

4 Mögliche Verwendung

Aufgrund seiner Fähigkeit, Xenobiotika abzubauen und seiner Metallresistenz, wurde eine Anwendung des Bakteriums in der Bioremediation verseuchter Böden vorgeschlagen.

5 Infektionen

Stenotrophomonas maltophilia galt lange als unproblematisch, gilt aber mittlerweile (2018) als eines der wichtigsten (Krankenhaus-)Pathogene. Von Infektionen betroffen sind vor allem immunsupprimierte, onkologische und anderweitig infektionsgefährdete Patienten (ggf. unter AB-Therapie). Der Erreger gelangt bspw. durch kontaminierte Geräte bei der künstlichen Beatmung oder durch einen ZVK in den Körper. Infektionen mit dem Bakterium manifestieren sich u.a. als

Der Erreger zeigt meist noch höhere Resistenzen gegen Antibiotika als Pseudomonas aeruginosa. Eine Therapiemöglichkeit ist die Behandlung mit Cotrimoxazol.

6 Quellen

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