Englisch: pleural effusion


Ein Pleuraerguss ist eine pathologische Zunahme der Flüssigkeit zwischen den Blättern der Pleura. Bei dieser Flüssigkeit kann es sich um ein seröses Transsudat, Exsudat, Lymphe, Blut, Eiter oder eine Mischung dieser Bestandteile handeln.
Ein Pleurerguss sollte stets diagnostisch abgeklärt werden. Ursachen können sein:
Besondere Formen des Pleuraergusses sind:
Als Komplikation eines Pleuraergusses kann es zur Ausbildung eines Pleuraempyems kommen.
Die Verteilung des Pleuraergusses im Pleuraspalt wird im wesentlichen durch 3 Kräfte beeinflusst:
Bei einem beginnenden Erguss sammelt sich - beim stehenden Patienten - die Flüssigkeit zunächst zwischen der Unterseite der Lunge und dem Zwerchfell. Nimmt die Ergussmenge zu, bildet sich infolge der Kapillarkräfte im Pleuraspalt eine Flüssigkeitssichel aus, die nach oben weist. Dabei steigt der Erguss lateral weiter nach oben als medial, da lateral die Rückstellkräfte des Lungengewebes stärker zum Tragen kommen.
Ein sich schnell entwickelnder Pleuraerguss führt regelmäßig zur Dyspnoe, bei langsamer Entwicklung des Ergusses kann die Dyspnoe jedoch auch erst spät auftreten, wenn bereits größere Flüssigkeitsmengen in den Pleuraspalt ausgetreten sind.
Bei der körperlichen Untersuchung kann im Rahmen der Perkussion eine basal betonte Klopfschalldämpfung bestehen. Bei der Auskultation betroffener Areale besteht ein abgeschwächtes Atemgeräusch.
Im Pleuraspalt sind normalerweise ca. 15 ml Flüssigkeit vorhanden. Ab Ergussmengen von etwa 250-300 ml lässt sich ein Pleuraerguss durch ein Röntgen-Thorax nachweisen. Der Nachweis kleinster Flüssigkeitsmengen gelingt durch die Sonographie. Nach dem Nachweis mithilfe bildgebender Verfahren ist eine weitere Abklärung nur durch Pleurapunktion mit Aspiration von Ergussflüssigkeit möglich.
Die laborchemische Untersuchung der gewonnenen Flüssigkeit erlaubt Rückschlüsse auf die Ätiologie.
Aus einem Exsudat werden bestimmt:
Aus den Befunden ergibt sich:
Für einen sogenannten komplizierten Erguss mit einer erhöhten Rate an Verklebungen und längerer Heilungsdauer spricht die Befundkonstellation aus:
Zur Differentialdiagnose eines Ergusses durch Tuberkulose von anderen Formen eignet sich die Bestimmung der Adenosin-Desaminase. Ist dieser Wert erhöht, liegt dem Pleuraerguss mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Tuberkulose zugrunde.
Eine orientierende Einordnung erlaubt die Begutachtung der Ergussflüssigkeit durch den entnehmenden Arzt.
Je nach Verdachtsmoment aus der Untersuchung der Ergussflüssigkeit sollten weitere Untersuchungen im Sinne der möglichen Grunderkrankung durchgeführt werden.
Ist eine ätiologische Zuordnung nach Ausschöpfen der Maßnahmen nicht möglich kann eine Pleurabiopsie oder auch Thorakoskopie indiziert sein.
Die Therapie eines Pleuraergusses ist symptomorientiert. Eine Thoraxdrainage ist bei Dyspnoe oder komplizierten Verläufen ratsam und notwendig.
Kleinere asymptomatische Pleuraergüsse müssen nicht unbedingt drainiert werden. Wichtig ist es in jedem Fall aber die auslösende Ursache zu ermitteln und möglichst zu beseitigen.




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