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Differentialblutbild

Synonym: Differenzialblutbild

1 Definition

Das Differentialblutbild ist eine Form des Blutbildes, bei der die Unterformen der Leukozyten differenziert und abgezählt werden. Die Bestimmung erfolgt aus EDTA- oder Kapillarblut.

2 Bestimmte Werte

Eine orientierende Übersicht über Referenzbereiche des Differentialblutbildes ist dem Laborlexikon (großes Blutbild) zu entnehmen.

3 Bestimmungsverfahren

Das Differentialblutbild kann kann automatisch durch entsprechend ausgerüstete Hämatologiegeräte oder mikroskopisch erstellt werden. Dies wird im Namen nicht explizit unterschieden, obwohl es sich um völlig unterschiedliche Verfahren handelt. Die automatische Bestimmung erfolgt nach dem Prinzip der Durchflusszytometrie. Die Mikroskopie wird klasssisch visuell beurteilt. Dies ist die ursprüngliche Methode, ein Differentialblutbild anzufertigen. Seit einigen Jahren sind außerdem Systeme auf dem Markt, die ein automatisiertes Mikroskop mit einer Bildverarbeitungssoftware kombinieren und so ein (teil)automatische Beurteilung von Blutausstrichen ermöglichen.

Bei der Mikroskopie wird neben den Leukozyten auch die Morphologie von Erythrozyten und Thrombozyten beurteilt. Die Erythrozytenmorphologie wird umgangssprachlich auch als "rotes Differentialblutbild" bezeichnet. Außerdem können weitere auffällige Befunde, z. B. Parasiten (vor allem Malaria) erhoben werden. In der Laborroutine wird typischerweise zunächst ein automatisiertes Differentialblutbild erstellt. Bei Vorliegen bestimmter, definierter Kriterien wird ein mikroskopisches Differentialblutbild angeschlossen.

4 Indikationen

Indikationen zur Anfertigung eines Differentialblutbildes sind u.a.

5 Aussagekraft

5.1 Differenzierung der Neutrophilen

Eine Erhöhung der Anzahl der neutrophilen Granulozyten wird als Neutrophilie bezeichnet. Sie kann unter anderem ein Hinweis auf Infektionen, Entzündungen und Neoplasien sein. Das Gegenteil ist die Neutropenie, eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten. Ist die Neutropenie besonders stark ausgeprägt, liegt eine Agranulozytose vor.

Weitere Befunde der Neutrophilen sind die Links- und die Rechtsverschiebung. Eine Linksverschiebung bezeichnet dabei das vermehrte Auftreten unreiferer Formen der neutrophilen Granulozyten, zum Beispiel bei einer Vermehrung der Stabkernigen bei bakterieller Infektion. Eine Rechtsverschiebung bezeichnet das vermehrte Auftreten von übersegmentierten Neutrophilen (z.B. bei Vitamin-B12-Mangel bzw. perniziöser Anämie).

  • Anmerkung: Die Bezeichnungen "Linksverschiebung" und "Rechtsverschiebung" stammen aus Zeiten, in denen die Zählung nicht automatisiert erfolgte. Die Tasten zur Eingabe der unreifen Formen waren auf der linken Seite des Bediengerätes angebracht.

5.2 Befunde der anderen Zellreihen

6 Normwerte

Zelltyp Anteil an Gesamt­leukozytenzahl (%) Absolutzahl /µl
Stabkernige Neutrophile 3 - 5 150 - 400
Segmentkernige Neutrophile 54 - 62 3.000 - 5.800
Eosinophile 1 - 3 50 - 250
Basophile 0 - 1 15 - 50
Lymphozyten 25 - 33 1.500 - 3.000
Monozyten 3 - 7 280 - 500
alle Leukozyten (Erwachsene) 100 4.000 - 10.000

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