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Peritonealdialyse

Englisch: peritoneal dialysis

1 Definition

Die Peritonealdialyse ist ein Nierenersatzverfahren zur Behandlung einer Niereninsuffizienz.

2 Funktionsweise

Die Dialyse erfolgt mit dem Peritoneum als Dialysemembran. Durch Einlassen von Dialysat in die Bauchhöhle wird das Peritoneum als semipermeable Membran zur Ausschwemmung ausscheidungspflichtiger Substanzen verwendet.

Der Stofftransport wird dabei durch Diffusion angetrieben. Um die Diffusion zu ermöglichen wird durch die Anwendung von Glukoselösungen unterschiedlicher Osmolarität ein osmotischer Gradient aufgebaut.

Gegenüber der Hämodialyse weist die Peritonealdialyse in der Wirkung folgende Unterschiede in der Wirksamkeit auf:

  • Die Ausscheidung von Harnstoff und Kreatinin ist geringer
  • Es kommt über das Peritoneum zu einer vermehrten Ausscheidung von Proteinen (ca. 10 g/d)

Daher muss eine Peritonealdialyse täglich erfolgen, während bei der Hämodialyse 2-3 Sitzungen pro Woche ausreichen.

3 Technik

Zur Ermöglichung einer Peritoenaldialyse muss ein kontinuierlicher Zugang zur Bauchhöhle geschaffen werden. Dazu wird ein Kathetersystem implantiert, welches durch subkutane Tunnelung in die Bauchhöhle geführt wird. Genutzt werden unter anderem folgende Kathetersysteme:

Die Katheterspitze kommt in der Bauchhöhle im Bereich des kleinen Beckens zu liegen. Die Kathetereintrittsstelle wird bei der Implantation derart präpariert, dass Klammern aus gewebeaffinen Materialen (z.B. Dacron) subkutan mit der Außenseite des Katheters verwachsen. Dadurch wird die Bauchhöhle gegenüber der Außenwelt abgedichtet.

Die Dialyselösung wird über ein steriles Schlauchsystem in die Bauchhöhle eingelassen und je nach angewendetem Verfahren nach bestimmten Zeiten wieder abgelassen.

4 Formen der Peritonealdialyse

Es stehen verschiedene Anwendungsschemata für die Peritonealdialyse zur Verfügung. Dabei kommt die für den jeweiligen Patienten am besten durchführbare Methode zum Einsatz.

5 Komplikationen

Die schwerwiegendste Komplikation einer Peritonealdialyse ist die Peritonitis. Diese kommt durch Einschleppung von Krankheitserregern beim Umgang mit dem Kathetersystem zustande. Häufige Erreger sind koagulase-negative Staphylokokken und Staphylococcus aureus. Daneben können vor allem Pseudomonas aeruginosa und Pilze eine Infektion bedingen.

Für eine Peritonitis im Rahmen der Peritonealdialyse sprechen:

Bei Peritonitis sollte umgehend eine Therapie mit Antibiotika erfolgen, die dem Dialysat zugesetzt werden können und im Rahmen der folgenden Dialysesitzungen das Peritoneum umspülen. Ergänzend kann eine systemische Antibiose (p.o. oder i.v.) erfolgen.

Rezidivierende Peritonitiden führen langsam zu einer Verschlechterung der Diffusionskapazität des Peritoneums. Diese muss durch den Einsatz höhergradig osmolarer Glukoselösungen als Grundsubstanz des Dialysats ausgeglichen werden. So kann nach einer Therapiezeit von mehreren Jahren der Wechsel zur apparativen Hämodialyse notwendig werden.

Eine weitere infektiöse Komplikation ist die Wundinfektion an der Austrittsstelle des Katheters. Diese sollte durch Antibiose und lokal desinfizierende Maßnahmen bekämpft werden.

Weiterhin können Verschiebungen der Katheterspitze das Ein- und Auslaufen des Dialysats verschlechtern.

Fachgebiete: Nephrologie

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