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Troponin

(Weitergeleitet von Troponin-T)

Synonym: kardiales Troponin (cT)
Englisch: troponin

1 Definition

Das globuläre Troponin ist ein Eiweißbaustein des Aktinfilaments und dient (zusammen mit dem Tropomyosin) als Regulatorprotein. In der Aktin-Struktur folgen nach 7 regelmäßig angeordneten F-Aktinmolekülen 3 Troponinpeptide, die nahezu waagerecht zum Aktin liegen. Zusammen mit dem Aktin, dem Myosin und dem Tropomyosin bildet das Troponin die kontraktile Einheit des Muskels.

2 Geschichte

Das Troponin wurde 1963 von dem japanischen Biologen Dr. Setsuro Ebashi entdeckt.

3 Einteilung

Es lassen sich drei Untereinheiten des Troponins unterscheiden, die zusammen einen Komplex bilden:

  • Troponin I: Das inhibitorische Troponin besitzt eine Molekularmasse von 23-25 kDa und weist eine starke Affinität für Aktin auf.
  • Troponin T: Es besitzt ein Molekularmasse von 30-40 kDa und ist für die Bindung an das Tropomyosin verantwortlich.
  • Troponin C: Es dient der Bindung von Calcium und hat eine Molekularmasse von 18-22 kDa.

Von Troponin I und Troponin T existieren jeweils drei unterschiedliche Isoformen, die von verschiedenen Genen kodiert werden: eine kardiales Troponin (cTn) sowie zwei unterschiedliche Troponine in den langsamen und schnellen Skelettmuskelfasern (sTn). Die Strukturhomologie zwischen der kardialen Isoformen und den skelettalen Isoformen beträgt 40-58%. Bei Troponin I sind die Unterschiede etwas größer als bei Troponin T.

Lediglich ca. 3-5% der Troponinmasse befindet sich in freier Form im Zytosol der Zelle. Im Blutplasma liegen Troponin I und Troponin C überwiegend aneinander gebunden vor.

4 Funktion

Das Troponin ist eine wichtige Komponente für die Muskelkontraktion. Im erschlafften Zustand des Muskels bzw. bei niedriger Ca2+-Konzentration (unter 0,1-7 Mol/l) verhindert das Tropomyosin das Anheften des Aktinfilaments an das Myosinköpfchen. Kommt es zur elektrischen Erregung des Muskels, binden sich die Ca2+ an das Troponin (0,1-5 Mol/l). Im Folgenden werden die Tropomyosinfäden stärker in die Rinnen zwischen die Aktin-Helix gezogen, damit wird die Kontaktstelle zwischen Aktin und Myosin freigegeben. Beim Verschieben der Tropomyosinmoleküle spielt das Troponin daher eine entscheidene Rolle. Das Tropomyosin ist mit den Troponinpeptiden verbunden. Wenn die Troponinpeptide Ca2+ anlagern, verformen sie sich und bewegen dadurch die Tropomyosinfäden mit.

5 Pathophysiologie

Das Troponin lässt sich auch in den Zellen des Herzmuskelgewebes finden. Kommt es zur Schädigung der Herzmuskelzelle, treten Troponinpeptide ins Blut über, wo man den Spiegel messen kann ("kardiales" Troponin bzw. cTnT und cTnI). Dementsprechend kann man sagen, dass ein erhöhter Troponin-Wert im Blut ein Anzeichen für einen Herzmuskelschaden ist. Anhand des Werteverlaufs (steigend oder fallend) kann ein Herzinfarkt mit hoher Wahrscheinlichkeit von anderen Ursachen (Überdehnung, Myositis, Trauma) abgegrenzt werden.

Siehe auch: Labordiagnostik beim Herzinfarkt

6 Schnelltest

Aufgrund der dringlichen Indikation kommen bei der Versorgung von Infarktpatienten häufig Troponin-Schnelltests zum Einsatz. Dabei wird ein Tropfen Blut auf ein Probenfeld aufgetragen. Die Ablesung erfolgt anhand von Streifen im Testfeld:

  • Positiver Befund: 2 Streifen im Testfeld
  • Negativer Befund: Ein Streifen im Test

Wenn kein Streifen erscheint, ist der Test ungültig.

Aus labormedizinischer Sicht wird der Einsatz von immunchromatografischen Schnelltests für kardiales Troponin kritisch gesehen, da die Sensitivität offenbar nicht ausreichend ist. Auch deutlich erhöhte Troponin-Konzentrationen werden von Schnelltests teilweise nicht angezeigt.[1]

7 Abrechnung

Die ärztliche Abrechnung der Bestimmung von Troponin I oder Troponin T bei GKV-Patienten erfolgt nach der EBM-Ziffer 32150.

8 Quellen

  1. Frohn C: Erhebliche Diskrepanzen zwischen qualitativen Troponin-Schnelltesten („Karten-Testen“) und klassischer Laboranalytik: ist der Einsatz solcher Schnellteste vertretbar? J Lab Med 2017; 41(4): 183-186

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