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Gesamtbilirubin

(Weitergeleitet von Serum-Bilirubin gesamt)

Synonyme: Serumbilirubin gesamt, totales Bilirubin, TBIL, T-BIL
Englisch: total serum bilirubin, TSB

1 Definition

Das Gesamtbilirubin ist ein wichtiger Laborparameter zur Erfassung von Störungen des Bilirubin-Stoffwechsels und gibt damit Auskunft über mögliche

Das Gesamtbilirubin umfasst das direkte und das indirekte Bilirubin.

2 Material

Für die Untersuchung werden 1 ml Serum oder EDTA-Plasma benötigt.

Bilirubin wird durch kurzwelliges Licht zersetzt. Proben für die Bilirubinmessung müssen deshalb vor Licht geschützt oder rasch ins Labor gebracht werden (Präanalytik).

3 Methode

Die Bestimmung des Gesamtbilirubin erfolgt mittels photometrischem Farbtest. Hierbei wird ein Diazonium-Ion in stark saurer Lösung an Bilirubin gekoppelt, wobei Azobilirubin entsteht. Die Farbintensität des roten Azofarbstoffes ist direkt proportional zur Gesamtbilirubin-Konzentration.

4 Referenzwerte

Alter Norm in mg/dl
Neugeborene 1. Tag < 4,0 mg/dl
Neugeborene 2. Tag < 9,0 mg/dl
Neugeborene 3. bis 5. Tag < 13,5 mg/dl
Erwachsene < 1,1 mg/dl

5 Umrechnung

Da die Gesamtbilirubin-Konzentration auch in der Einheit "µmol/l" angegeben wird, können die Werte hier umgerechnet werden:

6 Interpretation

6.1 Gesamtbilirubin erhöht

Die Gesamtbilirubin-Konzentration im Serum ist bei prähepatischem, intrahepatischem und posthepatischem Ikterus erhöht.

6.1.1 Prähepatischer Ikterus

Bei prähepatischem Ikterus ist vor allem das indirekte Bilirubin erhöht.

6.1.2 Intrahepatischer Ikterus

Bei intrahepatischem Ikterus ist insbesondere das direkte Bilirubin erhöht.

6.1.3 Posthepatischer Ikterus

Der posthepatische Ikterus führt vor allem zu einer Erhöhung des direkten Bilirubins.

6.2 Gesamtbilirubin erniedrigt

Erniedrigte Gesamtbilirubinwerte haben keinen Krankheitswert.

6.3 Falsch hohe Werte

Bei einer Urämie oder einem Darmverschluss kann es zur Messung von falsch hohen Gesamtbilirubinwerten kommen,

7 Hinweise zum Neugeborenen

Bei der Geburt ist die Leberfunktion noch nicht vollständig ausgereift, sodass das physiologisch anfallende Bilirubin nicht ausreichend konjugiert und ausgeschieden werden kann (Icterus neonatorum).

Bei einer Blutgruppeninkompatibilität kann die erhöhte Konzentration von unkonjugiertem Bilirubin (insbesondere bei Werten > 20 mg/dl) eine erhöhte Konzentration im Gehirn bewirken, wo es toxisch wirkt (Kernikterus). Eine Phototherapie kann hier Abhilfe schaffen.

8 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 06.02.2021
  • L. Thomas: Labor und Diagnose;TH-Books (2012), 8. Auflage

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2021 um 12:36 Uhr bearbeitet.

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