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Risperidon

Handelsnamen: Risperdal®, Risocon®, Risperdal Consta® u.a.
Synonym: Risperidonum
Englisch: risperidone

1 Definition

Risperidon gehört zu den Neuroleptika mit hoher neuroleptischer Potenz.

2 Chemie

Die chemische Bezeichnung (IUPAC-Name) für Risperidon ist 3-{2-[4-(6-Fluor-1,2-benzisoxazol-3-yl)piperidino]ethyl}-2methyl-6,7,8,9-tetrahydro-4H-pyrido[1,2-a]pyrimidin-4-on. Die Summenformel lautet C23H27FN4O2.

3 Indikationen

Risperidon und Paliperidon (aktiver Hauptmetabolit von Risperdon) sind zur Zeit (2013) die einzigen atypischen Antipsychotika, die als Depotpräparate mittels intramuskulärer Injektion appliziert werden können. Die Injektionen von Risperidon werden in 2-wöchigen Abständen durchgeführt und sind vor allem bei Patienten mit Complianceschwierigkeiten indiziert.

4 Wirkmechanismus

Neuroleptika werden in der Schizophrenie-Therapie eingesetzt, da sie antipsychotisch und sedierend wirken. Sie lassen sich in Generationen aufteilen und können innerhalb dieser nochmal nach ihrer jeweiligen pharmakologischen Potenz gegliedert werden:

1. Generation:

2. Generation: atypische Neuroleptika (z.B. Olanzapin, Clozapin, Quetiapin, Risperidon)

Da Psychosen vor allem auf die Wirkung der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin zurück zu führen sind, müssen auch entsprechend deren Rezeptoren im ZNS gehemmt werden. Verschiedene Arzneistoffe binden somit kompetitiv D2- (Dopamin-) oder 5HT2- (Serotonin-) Rezeptoren und regulieren somit als Antagonisten den Einfluss der Neurotransmitter auf die Psyche.

Risperidon ist ein solcher Serotoninantagonist, der die 5HT2-Rezeptoren blockiert und dadurch die Wirkung von Serotonin hemmt. Die geringe Affinität zu Dopamin-Rezeptoren wird als Grund für ein erniedrigtes Risiko für die Entstehung von EPS gesehen, weshalb es als atypisches Neuroleptikum bezeichnet wird. Jedoch besteht auch eine Affinität zu anderen Rezeptoren, wie Adrenorezeptoren und Histamin-Rezeptoren, was zusätzliche Nebenwirkungen nach sich zieht.

5 Pharmakokinetik

Die orale Bioverfügbarkeit von Risperidon liegt bei 66 bis 80 Prozent. Der Metabolismus erfolgt unter Beteiligung von Cytochrom P450-Enzymen (CYP2D6, CYP3A4), wobei über CYP2D6 der Metabolismus zu Palperidon (9-Hydroxy-Risperidon) erfolgt. Rückschlüsse auf den CYP2D6-Genotyp werden durch Betrachtung der Verhältnisse von Risperidon und Palperidon im Blutplasma nach Risperidonapplikation ermöglicht. Bei peroraler Applikation beträgt Tmax 1-2 h, das heißt der höchste Plasmaspiegel wird nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Die Plasmahalbwertzeit von Risperidon liegt bei circa 3 Stunden, die des aktiven Metaboliten Palperidon bei circa 24 Stunden.[1]

6 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

  • Prolaktin-Erhöhung
  • Gewichtszunahme
  • EKG-Veränderungen (QT-Verlängerung)
  • (kaum) EPS

7 Kontraindikationen

8 Einzelnachweise

  1. Benkert & Hippius: Kompendium Psychiatrische Pharmakotherapie, 8. Aufl., Springer, Heidelberg, 2011.

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