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Rezeptor

(Weitergeleitet von Rezeptorprotein)

Synonym: Sensor
von lateinisch: recipere - aufnehmen, empfangen
Englisch: receptor

1 Definition

Unter einem Rezeptor versteht man in der Biochemie molekulare Zellstrukturen, an die ein bestimmtes Signalmolekül oder ein Mikroorganismus binden können. In der Sinnesphysiologie bezeichnet der Begriff eine auf spezifische Reize reagierende Sinneszelle innerhalb eines Organs oder Organsystems.

2 Hintergrund

Rezeptormoleküle sind in aller Regel spezialisierte Proteine oder Proteinkomplexe. Sie besitzen eine bestimmte Passform für kleine Moleküle, die sogenannten Liganden, oder Teile größerer Moleküle, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip (fit-in-Prinzip) an die Rezeptorstruktur andocken. Den Rezeptoren nachgeschaltet sind spezielle signalweiterleitende Mechanismen, die bei Erregung des Rezeptors zu spezifischen zellulären Reaktionen führen. Diesen Prozess nennt man Signaltransduktion. Wenn ein Rezeptor ohne die Bindung an einen Liganden Signale aussendet, spricht man von "konstitutiver Aktivität".

Rezeptoren können darüber hinaus der Zelladhäsion oder dem Transport von Stoffen in die Zelle (rezeptorvermittelte Endozytose) dienen. Ferner werden sie von Mikroorganismen, vor allem von Viren genutzt, um an eine passende Wirtszelle anzudocken und in sie einzudringen.

3 Einteilung

3.1 ...nach Lokalisation

3.2 ...nach Signalmodus

3.3 ...nach Rückkoppelung

  • Autorezeptoren: Rezeptor, der auf einen Botenstoff reagiert, den die Zelle selbst herstellt
  • Heterorezeptoren: Rezeptor, der auf den Botenstoff einer anderen Zelle reagiert

3.4 ...nach Funktion

3.5 ...nach Ligand

Einzelne Rezeptoren werden meist nach ihren typischen Liganden benannt, z.B.:

3.6 ...nach Auslösereiz

Bei Sinneszellen unterscheidet man nach dem auslösenden Reiz:

4 Pharmakologie

Rezeptoren sind eine wichtige Zielstruktur für viele Arzneistoffe. Je nachdem, wie sie auf den Rezeptor wirken, unterscheidet man Rezeptoragonisten und Rezeptorantagonisten sowie Partialagonisten, inverse Agonisten und allosterische Modulatoren.

Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Dezember 2020 um 19:38 Uhr bearbeitet.

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