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Ehrlichiose (Hund)

Englisch: Canine monocytic Ehrlichiosis
Synonyme: monozytäre Ehrlichiose, canine Ehrlichiose, tropische canine Panleukopenie, "Zeckenfieber"

1 Definition

Die Ehrlichiose des Hundes ist eine durch Bakterien der Ordnung Rickettsiales (Rickettsien) hervorgerufene Infektionskrankheit. Die durch die zur selben Ordnung gehörenden Anaplasmen hervorgerufene granulozytäre Ehrlichiose wird im neuen Sprachgebrauch als canine Anaplasmose bezeichnet. Der Erreger der caninen Anaplasmose ist Anaplasma phagocytophilum.

2 Erreger

Der Erreger der caninen Ehrlichiose ist Ehrlichia canis, ein obligat intrazelluläres gramnegatives Bakterium. Ehrlichia canis wird über die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) als Vektor übertragen. Es handelt sich um einen Zoonoseerreger. Eine Ansteckung vom Hund auf den Menschen ist jedoch nicht beschrieben.

3 Epizootiologie

Endemiegebiete befinden sich v.a. in Nordafrika und Südeuropa. Als Reservoir können sowohl Hunde als auch Wildcarnivoren dienen.

4 Pathogenese

Der Erreger sammelt sich in den Speicheldrüsen der Zecke und wird beim Biss über den Speichel übertragen. Er kann in der Zecke über einen Zeitraum von bis zu 5 Monaten verbleiben. Ehrlichia canis befällt Leukozyten, insbesondere Lymphozyten und Monozyten. Im Krankheitsverlauf können konsekutive Hepato- und Splenomegalie sowie lymphoretikuläre Hyperplasie auftreten.

5 Klinik

Die Symptome einer Infektion mit Ehrlichia canis sind uneinheitlich. Der Verlauf der Infektion kann in drei Abschnitte gegliedert werden. Die Krankheit beginnt mit einer akuten Phase, die ca. 3 Wochen nach der Ansteckung auftritt. In dieser Phase können Fieber, Erbrechen, Epistaxis und Schwellungen der Lymphknoten auftreten. Auf die akute Phase folgt nach etwa 2 Monaten eine subklinische, also symptomfreie Phase. Im chronischen Stadium treten Splenomegalie, Blutungen und möglicherweise Anämie auf. Außerdem können in der chronischen Phase Polyarthritis und Meningoenzephalitis mit Lahmheiten, Krampfanfällen und Paralysen auftreten.

6 Diagnose

Die Diagnose kann durch den Erregernachweis im Blut erfolgen. Auch ein Nachweis über den Antikörper Titer im Serum ist möglich. Hierbei ist aber darauf zu achten, dass dieser erst etwa 2 Wochen post infectionem sicher möglich ist. Mittels PCR kann der Erreger auch im Gewebe nachgewiesen werden. Bei der Anamnese sollte immer auch nach Reisen in Endemiegebiete gefragt werden.

7 Therapie

Die Therapie kann mit einem passenden Antibiotikum erfolgen.

8 Prophylaxe

Vorbeugend sollten Hunde laufend mit entsprechenden Akariziden gegen Zecken behandelt werden. Außerdem sollten Hunde nach jedem möglichen Kontakt mit Zecken (Spaziergang) gründlich nach Zecken abgesucht werden und diese sollten entfernt werden.

Dies sollte besonders vor Reisen mit Hunden in Endemiegebiete, z.B. Mittelmeerländer beachtet werden.

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